Kategorie: 1. Herren

Ein Punkt zum Auftakt (28.11.2022)

Hallenhockey: Nicht die anvisierten drei, sondern nur einen Punkt holte die TG Frankenthal am Auftaktwochenende der Ersten Hallenhockey-Bundesliga aus zwei Spielen. Dem 4:4 (2:2) am Samstag gegen den Münchner SC in der Stadtsporthalle Am Kanal folgte ein 5:8 (2:2) am Sonntag bei Aufsteiger Wiesbadener HC. Einer war am Samstag Fels in der Brandung.

 
Oli, Oli, skandierten die Fans, rund 300 waren gekommen, auf den Rängen der Stadtsporthalle Am Kanal nach der Begegnung gegen den Münchner SC. TG-Torwart Oliver Scharfenberger war ein Garant dafür, dass die TG im Auftaktspiel gegen den Münchner SC einen Punkt mitnahm. Dem Bad in der Menge mit seinen Mannschaftskameraden folgten Schulterklopfer auf dem Spielfeld. Der Torhüter genoss den Moment, den er mitnehmen wolle. Der Punkt sei sehr wichtig. Einige Spieler bei der TG seien ja zum ersten Mal in der Ersten Bundesliga mit dabei, meinte Scharfenberger. Es sei eine insgesamt starke Defensivleistung gewesen.

Im dritten und Anfang des vierten Viertels hatte Scharfenberger die TG im Spiel gehalten. Ab der 41. Minute schossen sich die Gäste richtig auf den Keeper ein. War der Schuss von Ben Kramer an den Pfosten noch glücklich für die TG, musste sich Scharfenberger noch in der gleichen Minute ins Getümmel werfen, um die MSC-Führung zu verhindern. Das 2:3 (42.) durch Luca Kirstein konnte er wenig später nicht verhindern, blieb aber weiter im Mittelpunkt. Die erste Strafecke für den MSC (43.) wird Beute des Keepers, ebenso Nummer zwei und drei (45.). In die Drangphase der Münchner hinein erzielt Noah Frank (48.) den 3:3-Ausgleich und das Momentum nutzend legt Johannes Zurke auf 4:3 (52.) vor.

Jetzt ist Stimmung in der Halle. Erst recht nicht, als Scharfenberger sich bei einem Siebenmeter im Kasten so groß macht, dass ihn Phillip Holzmüller (52.) an die Latte hämmert. Drei Minuten später setzt MSC-Spieler Marvin Nahr den Ball erneut an den Pfosten. Im direkten Gegenzug hatte Alexander Cunningham und gleich darauf Zurke die Möglichkeit, einen Zweitore-Vorsprung herauszuschießen. München erhöhte den Druck, um wenigstens einen Punkt zu retten, nahm den Torwart zugunsten eines Feldspielers raus – und wurde belohnt. Kirstein glich mit seinem zweiten Treffer zum 4:4-Endstand (56.) aus.

Aufgrund des Umstands, dass das Auftaktspiel nicht verloren wurde, keiner so recht wusste, wo sein Team wettkampfmäßig steht, waren die Trainer – Timo Schmietenknop (TG), Patrick Fritsche (MSC) – zufrieden mit der Punkteteilung. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie sich nicht ärgern soll“, sagte Fritsche „Klar hatten wir die Chance, Ende des dritten, Anfang des vierten Viertels wegzuziehen. Es war aber ein schönes Spiel mit Stimmung in der Halle. Das ist es, was Hallenhockey ausmacht.“ Schmietenknop war zufrieden mit der Defensivleistung seiner Mannschaft. Vorne habe man eben gemerkt, dass der Top-Stürmer fehle.

Das Ergebnis war gerecht, weil jede der Mannschaften Phasen hatte, in der sie hätte das Spiel entscheiden können. Effektiv waren die Münchner in den ersten 20 Minuten in einem da ausgeglichen Spiel. Marvin Nahr (9., 23.) brachte den MSC 0:2 in Front. Doch bis zur Halbzeit glich die TG aus: 1:2 Bastian Schneider (26.), 2:2 Johannes Zurke (30./Strafecke).

Vom Ergebnis her identisch verlief das Spiel am Sonntag in Wiesbaden – zumindest in der ersten Hälfte. 2:2 stand es zur Halbzeit, nach einem 0:2-Rückstand für die TG. „Wir waren allerdings dieses Mal in der ersten Halbzeit drückend überlegen. Wenn wir bis zum Wechsel klar geführt hätten. hätte sich keiner beschweren können“, sagte Schmietenknop.

Nach der Pause sei allerdings Wiesbaden stark aufgekommen. „Ich gehe definitiv davon aus, dass diese Mannschaft nicht absteigen wird. Aber die beiden Auftaktgegner waren das Niveau, auf dem auch wir uns bewegen. Alles steht noch dicht beisammen“, meinte der TG-Coach. Nachdem der THC auf 6:2 davongezogen war, gelang es der TG noch einmal durch Tore von Noah Frank (43.) und zwei Treffern von Zurke (49., 50.) auf 5:6 heranzukommen. „Wir haben dann Risiko raus- und den Torwart wieder reingenommen. Das Spiel stand auf Messers schneide“, sagte der TG-Coach. Mit dem besseren Ende für den Aufsteiger.

Zum Start kein Freifahrtschein (25.11.2022)

Hockey: Der Münchner SC und der Wiesbadener THC sind die Auftaktgegner der TG Frankenthal in der Ersten Hallenhockey-Bundesliga. Am Samstag (16 Uhr) gastiert das Team aus Bayern in der Stadtsporthalle Am Kanal, am Sonntag (12 Uhr) muss die TG beim Aufsteiger in Hessen ran.

 
Das wird gleich ein ganz wichtiges Wochenende im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg der TG Frankenthal in die Eliteklasse in der Halle. Hatte man in der ersten Saison zum Start mit dem Mannheimer THC laut Trainer Timo Schmietenknop quasi einen „Freifahrtschein“ zum Einspielen in der Halle, da die Mannheimer in der Sechserliga noch einmal eine Klasse für sich sind, muss das Team dieses Mal auf den Punkt hellwach sein. „Drei Zähler sind unser Ziel aus den beiden Spielen“, sagt Schmietenknop.

An das Spiel gegen München in der Stadtsporthalle in der vergangenen Saison dürfte sich die TG zumindest gerne zurückerinnern. 8:4 gewannen die Frankenthaler, ein ganz wichtiger Sieg, um als Aufsteiger in der Klasse zu bleiben, was ja letztlich gelungen ist. Ein Erfolg am Samstag wäre ein Auftakt nach Maß. München habe allerdings im Feld beeindruckt, extrem gut mitgehalten, warnt der TG-Coach. Die Mannschaft sei in der vergangenen Hallensaison eher unerwartet mit in den Abstiegsstrudel geraten. „München hat eine Mannschaft mit Potenzial. Wenn die ins Rollen kommt, dann wird es schwer für uns. Wir müssen gleich im ersten Spiel eine überzeugende Leistung abrufen“, fordert Schmietenknop.

Am Sonntag geht es dann zum aufstrebenden Wiesbadener HTC – ein Verein, der laut Schmietenknop über eine große Finanzkraft verfügt, sowohl bei den Herren als auch beiden Damen stark im Kommen ist. Der Gegner habe gleich vier, fünf Neuzugänge zu verzeichnen. „Wir waren in der letzten Saison gefühlt der erste Aufsteiger seit vielen, vielen Jahren, der den Klassenerhalt geschafft hat“, meint Schmietenknop. Doch mit Wiesbaden stehe die TG nun einem starken Aufsteiger gegenüber, gegen den es schwer werde, der aber nicht unschlagbar sei. „Gewünscht haben wir uns einen solchen Aufsteiger nicht“, sagt der Coach.

TG fehlt der Top-StürmerMithalten könne die TG in der Ersten Liga, das habe ein Vorbereitungsturnier in Ludwigsburg gezeigt. Es habe sich aber ebenso gezeigt, dass in der Ersten Liga jeder Fehler schnell bestraft werde. So habe die TG gegen den Mannheimer HC zu viele Fehler gemacht, was der Gegner eiskalt ausgenutzt habe.

Die TG muss auf eine konzentrierte Defensive bauen und dort möglichst fehlerfrei agieren. „Wir haben keinen Top-Stürmer, der zehn, 20 Tore schießt“, weiß Schmietenknop. Alle Spiele in der Vorbereitung seien eng gewesen, aber die TG habe nicht viele Tore geschossen. Somit dürften hinten auch nicht viele fallen, um erfolgreich zu sein. Und vorne müssten die wenigen Chancen möglichst konsequent genutzt werden. Das Rezept klingt einfach, doch im Hallenhockey nur sehr schwer umzusetzen. Was der TG zugute kommen könnte: Im zweiten Jahr Erste Liga sind die Spieler einen Tick erfahrener, vielleicht auch ruhiger geworden.

Schmerzhafter AusfallAllerdings: Es sind nur Abgänge, aber keine Zugänge zu verzeichnen. Und einer, der zwar noch da ist, wird aber erst einmal schmerzlich vermisst: Sven Becker laboriert an einem Meniskusriss. Damit fehlt eine tragende Säule im TG-Spiel. Lauritz Fuchs, Christian Dopp, Volker Schwindt und Eike Bumb stehen im Vergleich zur vergangenen Hallensaison nicht mehr zur Verfügung. „Deshalb dürfen wir uns keinen weiteren Ausfall erlauben“, sagt Schmietenknop.

„Wir haben eine wettbewerbsfähige Mannschaft“, glaubt der Trainer aber an sein Team. Der Mannheimer HC und auch der TSV Mannheim seien wohl nicht in Reichweite, aber gegen alle anderen Mannschaften sei es möglich, Punkte zu holen. Deshalb ist es so wichtig, dass die TG jetzt zum Startwochenende nicht leer ausgehe.

Der Wille entscheidet (10.10.2022)

Hockey: Es wurden die erhofften vier Punkte für die ersten Herren der TG Frankenthal. Doch andersrum, als sich TG-Coach Timo Schmietenknop das dachte. Nach dem 0:0 am Samstag gegen den TuS Lichterfelde gab es am Sonntag einen hart erkämpften 2:0-Heimsieg gegen den TC BW Berlin.

Von Frank Gellerund Christian Treptow

 
Frankenthal. Wer in dieser Hinrunde die Spiele der TG auf dem Jahnplatz besucht, der kommt spannungsmäßig voll auf seine Kosten. So auch am Sonntag gegen den TC Blau-Weiss Berlin. Dass dies kein einfacher Gang werden würde, durfte man schon erahnen beim Blick auf das Resultat vom Samstag. Da unterlag Berlin beim Meisterschaftsanwärter SC Frankfurt 1880 nur 2:3.

Entsprechend selbstbewusst trat das Team aus der Hauptstadt in der Pfalz auf und stellte die TG vor allem in der ersten Halbzeit vor einige Probleme. Und da zeigte sich, dass die TG ein wirkliches Luxusproblem auf der Torhüterposition hat. Denn Schmietenknop schenkte diesmal dem etatmäßigen dritten Keeper, Julius Wagner, das Vertrauen. „Sensationell, was er heute gehalten hat“, schwärmte Verteidiger Manuel Eck.

Bei den Strafecken der Gäste profitierte der schlaksige Keeper davon, dass die Berliner die Bälle zum Teil schlecht hereingaben. Bei den Chancen aus dem Spiel heraus aber zeigte der 19-Jährige sein ganzes Können, zum Beispiel zweimal im zweiten Viertel gegen Benedikt Schlüngel.

Wagner musste aus seinem Schusskreis mitansehen, wie sich seine Vorderleute gegen gut gestaffelte und gut organisierte Berliner schwer taten. „Das war ein top Gegner, sehr flexibel im Aufbau. Wir haben etwas gebraucht, um uns darauf einzustellen“, befand Timo Schmietenknop.

„Etwas“ dauerte genau eine Halbzeit. Denn nach der Pause war die TG am Drücker, fand immer bessere Lösungen gegen die Abwehr der Blau-Weißen. Die Halbzeitansprache des Coachs hatte offensichtlich Wirkung gezeigt. Und als Geburtstagskind Manuel Eck mit der ersten Ecke gleich traf, schien der Bann gleich gebrochen. Doch die Schiedsrichter versagten dem Tor die Anerkennung wegen einer Sperre (33.).

Es war der Auftakt einer zweiten Halbzeit, die aufgrund von vielen Grünen und Gelben Karten auf beiden Seiten zum Schluss hitzig wurde. Und da behielten die Gastgeber die Nerven. „Ich bin super stolz auf die Entwicklung der Mannschaft. Der Wille, das Ackern … Man hat bei den Gelben Karten nicht gemerkt, dass wir ein Mann weniger waren“, sagte Kapitän Tim Ehret.

Ehret: Einfach weitergespieltEr sah Parallelen zum Samstagsspiel gegen Lichterfelde. „Da waren wir überlegen, haben aber unsere Chancen nicht gemacht“, meinte Timo Schmietenknop. Lichterfelde habe stark verteidigt. „Und mit zunehmender Dauer sind uns die Ideen ausgegangen.“ Doch diesmal habe die TG einfach weitergespielt, freute sich Ehret.

Weitergespielt hieß, dass sich die TG gegen Blau-Weiss weitere Strafecken herausspielte. Bei der zweiten stand Yannick Koch goldrichtig und verwertete den Abpraller aus der Luft zum 1:0 (55.). Erneut war der Teenager der Dosenöffner, wie schon bei seinem Siegtreffer gegen die HG Nürnberg. „Wir wissen, wie gut er ist. Wichtig ist, dass er die Leichtigkeit behält und weiter seine Leistung bringt“, sagte Timo Schmietenknop. Man wolle junge Spieler wie Koch und Wagner weiterzuentwickeln.

Ecks GeburtstagsgeschenkGut drei Minuten vor dem Ende nahm Blau-Weiss Berlin Keeper Morton-Louis Burkhardt zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Platz. Doch auch diese Phase überstand die TG. Die Gastgeber erzielten per Strafecke sogar noch das 2:0. Manuel Eck machte sich selbst ein schönes Geburtstagsgeschenk (58.). Er sprach am Ende von „Erleichterung pur. Was da von einem abfällt.“

Julius Wagner war einfach nur „dankbar, dass ich spielen durfte“. Für den 19-Jährigen war es der zweite Einsatz auf Bundesliga-Niveau. „Die anderen Keeper unterstützen mich sehr. Wir pushen uns. Das hat mir geholfen“, vergab er ein Kompliment an Thimo Bernet und Oliver Scharfenberger. Er sei am Anfang schon sehr nervös gewesen. „Aber nach der ersten Parade war ich voll im Spiel drin.“

Der nächste Gegner der TG, Aufsteiger Wiesbadener THC, werde mit Sicherheit unangenehm. Ob er da auch im Tor steht? „Ich rechne nicht damit“, sagte er und lachte. Sein Fokus geht erst mal in Richtung zweite Herrenmannschaft. Die muss beim HTC Neunkirchen ran. „Ich freu mich drauf“, versicherte Wagner.

 

 

TG-Herren beim 1:6 in Frankfurt chancenlos (04.10.2022)

Frankfurt. Das Wiedersehen mit dem Ex-Frankenthaler Johannes Gans hatten sich die Spieler der TG Frankenthal anders vorgestellt. Der ehemalige Offensivmotor der TG traf dreimal beim 6:1-Sieg seines neuen Vereins SC Frankfurt 1880 gegen die TG. Bei den Gästen lief nicht viel zusammen.

TG-Trainer Timo Schmietenknop klang nach dem 1:6 seiner Truppe in Frankfurt etwas ernüchtert. Nach dem fulminanten 6:3-Heimsieg am vergangenen Wochenende gegen Aufstiegsanwärter Nürnberger HTC waren die Frankenthaler mit viel Selbstvertrauen zum zweite Titelaspiranten gefahren. Doch auf die Frage, was schiefgelaufen sei, antwortete Timo Schmietenknop knapp: „Das meiste.“

Drei Faktoren sind zusammengekommen: der schwierige Platz, ein starker SC Frankfurt 1880 und eine TG, die sich von den beiden erstgenannten Punkten offenbar so beeindrucken ließ, dass sie nicht zu ihrem Spiel fand. „Wir wollten uns als Top-Team präsentieren“, meinte Schmietenknop. Dass die TG mit den Großen an einem guten Tag auch mithalten und sie ärgern kann, hat sie gegen den NHTC bewiesen. Doch diese Leistung ist offenbar noch nicht konstant abrufbar. „Wir waren nicht bereit, Frankfurt Paroli zu bieten“, konstatierte der TG-Trainer.

Sein Team habe sich zu viele einfache Fehler geleistet, zu viele Bälle abgeschenkt und damit den Gegner immer wieder zu gefährlichen Angriffen eingeladen. „Der Aufbau war zu ängstlich. Wir waren zu sehr mit uns beschäftigt“, meinte Schmietenknop. So kam es, dass der Ex-Frankenthaler Johannes Gans alleine dreimal gegen die alten Kollegen einnetzte. Und das, obwohl er dem TG-Trainer zufolge noch nicht mal herausragend gespielt habe. Das einzige TG-Tor schoss Tim Ehret nach einer Strafecke zum zwischenzeitlichen 2:1.

Jetzt heißt es für die TG-Herren Wunden lecken. „Und fit werden für das nächste Wochenende“, sagte Schmietenknop. Dann erwartet die TG die Berliner Vereine TuS Lichterfelde (Samstag, 14.30 Uhr) und TC Blau-Weiss (Sonntag, 14 Uhr).

Zweite Bundesliga: TG-Herren gegen beide Nürnberger Vereine (22.09.2022)

Am Wochenende geben die beiden Nürnberger Vereine in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga der Herren ihre Visitenkarten auf dem Jahnplatz ab. Gegen die HG Nürnberg (Samstag, 14 Uhr) rechnet sich die TG durchaus etwas aus. Gegen Erstligaabsteiger Nürnberger HTC (Sonntag, 14 Uhr) wird es jedoch ungleich schwerer.

Ein beliebter Gesprächseinstieg für Sportjournalisten ist die Frage: Na, alle fit? Klar, das ist leichte Kost, aber man bekommt schon mal ein Gefühl, wie es so um das Seelenheil des Trainers vor dem Wochenende bestellt ist. Im Falle von Timo Schmietenknop, Trainer der TG-Herren, ist jedoch schon zu hören, dass nicht alle fit sind. Zumindest nicht der Coach selbst. Die Nase ist noch leicht verstopft. Und da schrillen in diesen Tagen die Alarmglocken. Man ist ja schließlich Pandemie-sensibilisiert.

Doch der Übungsleiter gibt auch gleich Entwarnung. Zumindest, was das böse C-Wort angeht. „Die Grippewelle hat uns nach dem Berlin-Wochenende erfasst“, sagt Schmietenknop. Ja, das gibt’s noch: eine einfache Erkältung. Denn: „Alle Tests waren negativ.“

Trainer entspannt

In gar nicht allzu ferner Vergangenheit hätten da bei den TG-Fans und auch bei den Verantwortlichen schon die Sorgenfalten auf der Stirn ihre Furchen gegraben. Doch zumindest der Trainer ist nach außen hin ganz entspannt. Denn der Kader hat in dieser Spielzeit eine Breite, mit der man auch mal den einen oder anderen Ausfall kompensieren kann. Und außerdem gibt Schmietenknop sowieso gleich noch Entwarnung: „Wir hatten unter der Woche einige Ausfälle im Training. Aber die Reihen der Kranken lichten sich.“

Johannes Zurke (Studium) steht für Samstag als Ausfall fest. Für ihn rückt Jonas Stroh in die Defensive. Max Neumeier kommt daher im Mittelfeld zum Einsatz, Noah Frank ist wieder zurück im Kader und soll im Sturm für Betrieb sorgen.

Spielerische Fortschritte

Spielerisch hat Timo Schmietenknop am vergangenen Wochenende Fortschritte bei seinen Schützlingen ausgemacht. Vor allem im Mittelfeld sei es bei den Zehlendorfer Wespen und beim SC Charlottenburg besser gelaufen als noch zum Saisonstart gegen den HTC Stuttgarter Kickers. „Wir waren besser im Aufbau und in der Defensive wacher“, konstatiert Schmietenknop.

Tim Ehret habe seine Rolle als Spielgestalter extrem stark angenommen, Sven Becker habe erneut seine Laufstärke bewiesen und nach hinten gearbeitet. Und Yannick Koch habe seine Stärken im Eins-gegen-eins am Kreis gezeigt. Hinzu kam, dass Alexander Cunningham wohl endlich zum dem konstanten Torjäger geworden ist, wozu er das Talent besitzt, es in der Vergangenheit aber nicht immer abgerufen hat. „Er hat jetzt ein bisschen was umgestellt, ist bei jedem Training dabei. Er hat seine innere Mitte gefunden“, freut sich Timo Schmietenknop. Und er setzt noch einen drauf: „In der Form ist er sogar ein Stürmer für die Erste Liga. Er ist ein Vorbild für alle.“

Arbeitsteilung im Tor

Für die eingangs angesprochene Tiefe im Kader sorgen vor allem die drei Neuen, die von der aufgelösten Herrenmannschaft des Feudenheimer HC nach Frankenthal gekommen sind. Das Trio wird am Wochenende allerdings gesprengt, weil Torben Theobald, der in Berlin sein erstes Tor im TG-Dress erzielte, beruflich verhindert ist.

Schmietenknop ist nach der ersten Saisonphase sehr zufrieden mit den Dreien. Jonas Stroh habe sich in der Verteidigung sehr gut eingefunden. Ludovico Melideo zeige im Sturm viel Engagement. Das trifft auch auf die beiden Keeper zu. Thimo Bernet wird laut Schmietenknop am Samstag gegen die HG Nürnberg spielen, am Sonntag soll Oliver Scharfenberger zwischen die Pfosten. „Er trainiert gut, ist nah an Thimo dran“, sagt Schmietenknop. Für den Sonntag könne er sich auch noch weitere Veränderungen im Kader vorstellen, sagt der Coach. Je nachdem, wer gegen die HGN viele Körner gelassen hat. Johannes Zurke ist auf jeden Fall wieder dabei. Jonathan Wiemer und Lars Schreiner sind weitere Optionen für den Coach, falls für den einen oder anderen zwei Spiele in zwei Tagen zu viel der Belastung sind.

HG „auswärts schwächer“

Die HG Nürnberg schätzt Timo Schmietenknop als heimstarkes Team. „Auswärts sind sie meist etwas schlechter.“ Aber die Mannschaft sei technisch stark. Für seine Schützlinge gelte es, die Räume eng zu machen und die Franken erst gar nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. „Wenn man ihnen Raum gibt, bekommt man Probleme.“ Über eine starke Verteidigung will die TG drei Zähler holen.

Das wird am Sonntag nicht so einfach. Timo Schmietenknop bezeichnet die Partie gegen Erstligaabsteiger Nürnberger HTC als Bonusspiel. „Das Team ist ähnlich stark wie Frankfurt. Aber wir werden uns teuer verkaufen. Wir dürfen keine dummen Fehler machen, brauchen eine gute Eckenabwehr und müssen selbst viele Ecken holen.“ Denn die Quote bei den Standards hat in der Hauptstadt mit 100 Prozent gestimmt. „Und vielleicht gelingt uns ja am Ende der Lucky Punch“, meint der Coach.

Unter die Rubrik „dumme Fehler“ zählt auch das Kassieren unnötiger Karten in Verbindung mit Zeitstrafen. Es ist eine uralte Sportweisheit, dass man auf der Strafbank kein Spiel gewinnt. In Berlin war das gegen die Wespen ein Thema. Er habe es klar angesprochen, sagt Timo Schmietenknop. Heißt: Wer sich nicht am Riemen reißt, muss fürchten, auch mal nicht im Kader zu stehen. Breit genug ist dieser ja. Doch der Trainer ist sich sicher: „Die Jungs haben es verstanden.“

Lieber Vorbereiter als Vollstrecker (16.09.2022)

Hockey: Nach der Niederlage zum Saisonstart gegen den HTC Stuttgarter Kickers will Feld-Zweitligist TG Frankenthal beim ersten Auswärts-Doppelwochenende der Saison in Berlin die ersten Zähler einfahren. Vier sind wohl realistisch. Ein Neuzugang freut sich auf die Tour in die Hauptstadt.

Von Christian Treptow

 
Frankenthal. Torben Theobald hat eine Leidenszeit hinter sich. Eineinhalb Jahre hatte er keinen Hockeyschläger mehr in der Hand, bevor er im Sommer zu TG Frankenthal kam. „Der Knorpel im linken Kniegelenk ist abgestorben“, erzählt der 23-Jährige. Es folgten eine Operation und ein Auslandssemester, was die lange Hockeypause erklärt.

Doch jetzt steht er wieder auf dem Kunstrasen. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Teamkollegen vom Feudenheimer HC, Jonas Stroh und Ludovico Melideo, hat sich Theobald der TG angeschlossen. „Die Entscheidung für Frankenthal ist hauptsächlich durch Thimo Bernet zustandegekommen“, erläutert Theobald. Mit dem Keeper habe er schon in Mannheim zusammengespielt. Die beiden sind befreundet.

Kontakt zu Thimo Bernet„Wir waren immer wieder in Kontakt“, sagt der Neuling auf dem Jahnplatz. Und selbstverständlich habe Bernet auch immer wieder mal gefragt, ob sein Kumpel nicht nach Frankenthal wechseln wolle. „Doch erst die Auflösung der Herrenmannschaft beim Feudenheimer HC hat den Startschuss für etwas Neues gegeben“, sagt Torben Theobald.

Da habe er etwas riskieren wollen. „Ich wollte sehen, ob mein Körper auch eine Liga höher als in Feudenheim aushält. Es war eine Herausforderung, die ich mir selbst gestellt habe.“ Die Antwort ist mittlerweile klar: Der Körper spielt mit. Das Knie hält. „Und natürlich hilft es, wenn noch zwei aus der alten Mannschaft mit dabei sind.“

Er sei in Frankenthal herzlich aufgenommen worden, berichtet Theobald. Am wohlsten fühle er sich in der Offensivabteilung. „Ich habe eigentlich schon immer im Sturm gespielt“, erzählt er. Am liebsten wirbelt er auf Linksaußen. Offensives Mittelfeld gehe auch. Dabei sei er nicht der große Vollstrecker. „Ich bin eher der Vorbereiter, spiele den letzten Pass.“ Ludovico Melideo, der mit ihm von Feudenheim über den Rhein kam, sei eher fürs Toreschießen zuständig. Also wäre es die optimale Kombination, wenn er dem neuen alten Teamkollegen ein Tor auflegt? „Ja, irgendwie schon“, sagt er und lacht.

Egal, welchen Pass er spielt: Dabei wird er auf jeden Fall sein Stirnband tragen. Das ist sein Markenzeichen. Das macht ihn für die Fans auf dem Jahnplatz einfach zu identifizieren. „Ich hatte mal lange Haare. Da habe ich das mit dem Stirnband angefangen. Mittlerweile ist es Routine geworden. Wenn ich das Stirnband anziehe, dann weiß ich, dass losgeht.“

Torben Theobald freut sich auf das bevorstehende Doppelwochenende in Berlin. Am Samstag (14.30 Uhr) ist die TG bei den Zehlendorfer Wespen gefordert. Am Sonntag (13 Uhr) geht’s bei Aufsteiger SC Charlottenburg um Punkte. Vier Stück wolle die TG mitnehmen, sagt Torben Theobald, der in Mannheim wohnt und an der Hochschule Worms Handelsmanagement studiert. Am wahrscheinlichsten ist wohl ein Remis bei den Wespen, die in der Vergangenheit immer ein unbequemer Gegner waren und die mit einem 2:0-Sieg beim TuS Lichterfelde gestartet sind, und ein Sieg beim SC Charlottenburg. Der verlor zum Auftakt 1:6 beim TC BW Berlin.

Gegen beide Berliner Teams habe er im Aktivenbereich noch nicht gespielt, sagt Torben Theobald. „Aber in der Zweiten Bundesliga ist jedes Team griffig“, betont er. In der Jugend habe er mit den Mannheimern aber einige Doppelwochenenden bestritten. „Da hat man als Spieler richtig Bock drauf. Da entsteht immer ein schönes Mannschaftsgefühl“, sagt der 23-Jährige.

Einmaliges Berlin-Wochenende (19.09.22)

Hockey: Zweitligist TG Frankenthal schnürt Vier-Punkte-Paket in Hauptstadt – Astreine Eckenquote

Von Christian Treptow

 Ein Remis, ein Sieg: Mit der angepeilten Ausbeute von vier Zählern sind die ersten Herren der TG Frankenthal vom Zweitliga-Wochenende in Berlin zurückgekommen. Dem 2:2 am Samstag bei den Zehlendorfer Wespen folgte ein souveräner 6:2-Erfolg beim SC Charlottenburg.

Vier Punkte hatte TG-Stürmer Torben Theobald vor dem Wochenende als Ziel für die TG ausgegeben. Vier Punkte sind es am Ende auch geworden. Also: Soll erfüllt. Wobei mehr drin gewesen wäre. Denn am Samstag bei den Zehlendorfer Wespen führte die TG früh 2:0, brachte diesen Vorsprung aber nicht über die Zeit, weil sie sich zu viele Undiszipliniertheiten in Form von Meckereien leistete. Die Gelben und Grünen Karten als Folge in Verbindung mit entsprechender Unterzahl waren dann eine zu schwere Hypothek.

Aber immerhin gab’s den erhofften Zähler in Zehlendorf. Auch wenn TG-Trainer Timo Schmietenknop hernach haderte, dass es auch drei hätten sein können. „Wir waren in der ersten Halbzeit extrem überlegen, hatten auch die Chance zum 3:0. Wenn wir das machen, ist die Partie gelaufen“, meinte der Coach. Insofern sei das Remis nicht verdient für die Wespen gewesen, aber eben folgerichtig. „Die Wespen waren am Anfang völlig von der Rolle. Wir haben uns über die Karten aus dem Spiel gebracht.“

Die Disziplin war am Sonntag kein Thema mehr. Gegen den SC Charlottenburg gewann die TG leicht und locker 6:2 und hatte damit vier Punkte im Gepäck auf der Heimfahrt in die Pfalz. „Es war ein Pflichtsieg gegen einen Aufsteiger, der vom Athletischen her überfordert war“, bilanzierte Timo Schmietenknop.

Analog zum Spiel am Samstag ging die TG auch gegen den SCC früh in Führung. Nach knapp zehn Minuten stand es schon 3:0 für die Gäste. Alexander Cunningham, Marc Beck und Dominik Seel hatten getroffen. Beck erwies sich dabei einmal mehr als sicherer Siebenmeter-Schütze. Er hatte schon zum Auftakt gegen den HTC Stuttgarter Kickers getroffen und sollte im Verlauf der Partie in Berlin ein weiteres Mal aus sieben Metern Entfernung zum Zuge kommen. Wieder verwandelte er souverän.

Manuel Eck und Torben Theobald komplettierten die Frankenthaler Torschützen. Für Theobald, der zusammen mit Ludovico Melideo und Jonas Stroh vom Feudenheimer HC zur TG gekommen war, war es das erste Tor im TG-Dress. Sowohl Theobald als auch Eck trafen jeweils per Strafecke. Damit hatte die TG an diesem Wochenende in Berlin eine Quote von 100 Prozent. Und da musste Timo Schmietenknop gar nicht lange nachdenken: „Nein, das hatte ich in meiner Karriere bei einem Berlin-Wochenende noch nie.“

Jetzt gelte es, nachzulegen. Am kommenden Wochenende wird’s fränkisch auf dem Jahnplatz. Am Samstag kommt die HG Nürnberg, am Sonntag der Nürnberger HTC. „Wir haben das Potenzial, um oben mitzuspielen“, betont Schmietenknop. Und schiebt noch nach: „Wenn wir unsere Leistung bringen.“

Aufbauhilfe für den Gegner (12.09.2022)

Hockey: Die ersten Herren der TG Frankenthal sind mit einer Niederlage in die neue Saison in der Zweiten Bundesliga gestartet. Die TG unterlag am Samstag zu Hause dem HTC Stuttgarter Kickers 2:3 (0:2). Den Gastgebern gelang es erst spät, Druck aufzubauen. Doch dann wurde es noch einmal spannend.

Von Frank Geller

 
Frankenthal. Die Partie schien beim Stand von 0:3 aus TG-Sicht bereits entschieden zu sein, als Verteidiger Marc Beck in der 46. Spielminute einen Siebenmeter verwandelte und damit den Anschluss herstellte. Die Gäste aus Stuttgart erwiesen sich zwar weiter als konterstarke Mannschaft, brachten den Ball aber nicht mehr im von Thimo Bernet gehüteten Tor unter. Der TG-Keeper hatte entscheidenden Anteil daran, dass seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht bereits höher zurücklag. Wie schnell es im Hockey gehen kann, zeigte sich in der Schlussphase. Coach Timo Schmietenknop nahm seinen Torwart aus dem Spiel, wechselte Verteidiger gegen zusätzliche Stürmer aus und beorderte seine komplette Truppe nach vorne.

Der Lohn des späten Offensivdrangs: Mit seinem Treffer zum 2:3 (58.) setzte Dominik Seel die Kickers tatsächlich noch einmal unter Druck. In der letzten Spielminute hielt das Stuttgarter Lager die Luft an, ein Unentschieden schien plötzlich im Bereich des Möglichen zu sein. Die TG bekam hintereinander zwei Strafecken zugesprochen. Doch die wurden viel zu schlampig ausgeführt. „Einen Punkt hätten wir heute nicht wirklich verdient gehabt“, bekannte Timo Schmietenknop nach dem Abpfiff gegenüber der RHEINPFALZ.

Den Saisonauftakt hatte sich der TG-Coach ganz anders vorgestellt: „Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung und haben uns viel für die Saison vorgenommen. So wird es aber nicht gehen. Wir haben es den Stuttgartern in den ersten drei Vierteln viel zu leicht gemacht.“ Schmietenknop haderte mit der Leistung seiner Spieler: „Jeder war mit sich selbst beschäftigt. In den Zweikämpfen waren wir nicht zwingend genug, unsere Chancenverwertung war eine Katastrophe, und mit unseren Fehlpässen haben wir die Kickers regelrecht zu Kontern eingeladen.“

Tim Ehret blies ins gleiche Horn: „Wir hätten uns viel besser gegen Konter absichern müssen. Wir wussten ja, dass die schnellen Stuttgarter da brandgefährlich sind.“ Was den neuen Kapitän der Frankenthaler ebenfalls ärgerte: „Wir haben zu wenig aus unseren Überzahl-Situationen gemacht.“ Davon gab es einige. Die Gäste handelten sich zwei Grüne Karten ein, und als Timm Berger im letzten Viertel Gelb sah, hatte die TG sogar fünf Minuten am Stück einen Mann mehr auf dem Platz.

Cleverer präsentierten sich die Kickers, vor allem in der ersten Halbzeit. Während Alexander Cunningham, Yannick Koch und Sandro Reinhard für die Gastgeber gute Einschussmöglichkeiten vergaben, lauerten die Gäste mit gutem Stellungsspiel auf Gegenstöße. Nach einer Balleroberung ging es dann schnell nach vorne. HTC-Stürmer Nicolas Vogt erwischte die Abwehr der TG unsortiert (8.), Keeper Thimo Bernet war chancenlos. Die Gäste blieben gefährlich, holten bei ihren Angriffen zwei Strafecken heraus. Und die saßen: Die erste verwandelte Kai Schewe zum 0:2 (16.), die zweite netzte Lucca Epple ein – 0:3 (41.).

„Frankenthal war ungewohnt unkonzentriert, das haben wir genutzt“, sagte HTC-Trainer Till Ziemssen. „Nachdem wir in der vergangenen Rückrunde kein Spiel gewonnen hatten, war der Sieg sehr wichtig für den Kopf.“ Von einem „Schuss vor den Bug“ sprach TG-Coach Timo Schmietenknop. „So werden wir unser Ziel, am Ende Dritter zu werden, nicht erreichen. Die unnötige Niederlage hat die Mannschaft vor dem Berlin-Wochenende hoffentlich wachgerüttelt.“

Debüt für TG-TrioIhr erstes Pflichtspiel für die TG absolvierten Jonas Stroh, Ludovico Melideo und Torben Theobald, die alle drei vom Feudenheimer HC an den Jahnplatz gewechselt sind. Vom Team fühlen sie sich gut aufgenommen, zum Einstand hätten sie sich jedoch einen Sieg gewünscht. „Wir haben viele Bälle in den Schusskreis gebracht, waren im Abschluss aber zu ungenau“, befand Melideo. „Wir sind eine junge Truppe, die richtig Lust auf Hockey hat“, meinte Stroh. „Gegen Stuttgart haben wir nicht gezeigt, was wir können.“ Theobald ergänzte: „Dass wir einen Gegner unter Druck setzten können, hat man im letzten Viertel gesehen.“

Andere Ansprüche (10.09.2022)

Vor der Saison: Mit einem in der Theorie breiteren Kader gehen die Herren der TG Frankenthal in die neue Saison der Zweiten Feldhockey-Bundesliga. Erster Gegner ist auf dem Jahnplatz am Samstag (14 Uhr) der HTC Stuttgarter Kickers. Nach dem souveränen Klassenverbleib in der vergangenen Saison schielen Trainer Timo Schmietenknop und seine Truppe nach höheren Tabellenregionen.

Von Christian Treptow 
Frankenthal. 26 – so viele Spieler stehen TG-Trainer Timo Schmietenknop in dieser Saison zur Verfügung. Jedenfalls auf dem Papier. Denn das ist ja bekanntlich geduldig. Und so schlägt Timo Schmietenknop erst mal die Stirn in Falten, als er auf die Vorbereitung der TG-Herren zu sprechen kommt. Denn analog zu Damencoach Tobias Stumpf musste auch der Herrentrainer immer wieder auf Spieler verzichten, die ihren Urlaub nicht so gelegt hatten, dass er mit der Vorbereitung korrespondiert. Erst in der vergangenen Woche, sei der Kader annähernd vollständig gewesen. „Vergangene Saison gab’s da noch Strafen. Darauf habe ich diesmal verzichtet“, sagt Schmietenknop. Und sein Lächeln verrät, dass das im kommenden Sommer wohl wieder anders werden wird.

Unterm Strich fehlten seinen Schützlingen damit zwei Wochen Vorbereitung. Weshalb der Übungsleiter damit rechnet, dass sein Team erst am kommenden Wochenende bei den beiden Spielen in Berlin bei 100 Prozent angekommen ist. Im taktischen Bereich seien die Spieler schon weiter, was auch daran liegt, dass Schmietenknop, der wieder Co-Trainer Hans Damm zur Seite hat, ähnlich wie im American Football den Spielern eine Art Playbook geschickt hat. Darin ist auf über 40 Seiten aufgezeichnet, wie sich jeder Einzelne beim Pressing verhalten soll. „Das hat gut geklappt, die Jungs haben das gut umgesetzt.“

Trio aus FeudenheimEntgegengekommen ist der TG, dass sich die Herrenmannschaft des Feudenheimer HC aufgelöst hat. Drei Akteure aus Mannheim sind bei der TG gelandet und machen den Kader breiter: Ludovico Melideo sowie Jonas Stroh und Torben Theobald. Melideo sei vom Typ her wie Fridolin Lüschen, meint Schmietenknop. „Ein typischer Kreisstürmer.“ Stroh sei stark in der Defensive und erinnere mit seiner Laufstärke und Schnelligkeit an Johannes Zurke. An Torben Theobald sei er schon zwei, drei Jahre dran gewesen, sagt der Coach. „Er ist von den Dreien am variabelsten. Er ist quirlig und technisch stark“, sagt Schmietenknop über den Neuen, der in Mittelfeld und Sturm zum Einsatz kommen kann.

Grundsätzlich sei es ein gutes Gefühl, wenn die Leute aus Mannheim wieder rüberkommen in die Pfalz, gibt Timo Schmietenknop unumwunden zu. Und davon hat die TG in der jüngeren Vergangenheit schon profitiert. Aktuellstes Beispiel ist Tim Ehret, der vom Mannheimer HC nach Frankenthal kam und jetzt die Geschicke im Mittelfeld leitet.

Welchen Stellenwert er in der Mannschaft mittlerweile genießt, zeigt die Tatsache, dass ihn das Team zum neuen Kapitän gewählt hat. Routinier Sven Becker und Yannick Koch, der an Muskelmasse zugelegt hat, sind neben Ehret in der Schaltzentrale für die Impulse zuständig. Wobei vor allem Koch mit seinen technischen Fähigkeiten im Eins-gegen-eins immer wieder Lücken reißen kann.

Bernet in guter FormDen Anfang dieser Wanderbewegung hat Thimo Bernet gemacht. Der Keeper sei schon in einer „galaktisch guten Form“ und habe entsprechend auch die Nase vorn, was den Starterjob für das Spiel gegen Stuttgart betrifft. Aber: „Oliver Scharfenberger ist näher dran als in der vergangenen Saison“, betont der Trainer. Druck bekommt das Duo von Julius Wagner. „Er wird von Woche zu Woche stärker. Und er wird auch seinen Einsatz in dieser Saison bekommen. Wir sind auf dem Weg, drei gute Bundesliga-Torhüter zu haben“, frohlockt Timo Schmietenknop. Da wird der Konkurrenzkampf entsprechend sein, was dem Coach nur recht sein kann.

Das mit dem Konkurrenzkampf gilt auch für die Abteilung Attacke. „Im Sturm haben wir jetzt ein Überangebot“, sagt der Trainer. Das bedeutet, dass Schmietenknop wieder in Sachen Umschulung aktiv wird. Max Neumeier soll zum Mittelfeldspieler umfunktioniert werden.

Großer Kader hilft„Die Herausforderung ist, dass alle glücklich sind“, weiß Timo Schmietenknop. Aber er ist sich auch bewusst, dass man einen großen Kader braucht, um gut durch die Saison zu kommen. „Wir brauchen einen 20-Mann-Kader. Es gibt immer Verletzungen, oder einer kann mal nicht. Wir waren schon mal in Berlin und haben mit Bernet im Sturm gespielt.“ Aber er weiß auch, dass er von Spiel zu Spiel unangenehme Entscheidungen treffen muss. „Das habe ich in der Mannschaft auch schon angekündigt. Ich hoffe, die Spieler sehen das als Motivation.“

Seinen Schützlingen bescheinigt Timo Schmietenknop eine gute Athletik und viel Engagement. Man werde eine ehrgeizige und siegeshungrige Mannschaft sehen, verspricht er. „Die Jungs haben die Nase voll von Unentschieden“, verweist er auf die Rückrunde der vergangenen Spielzeit.

Ziel: Platz dreiUnd damit ist auch die Anspruchshaltung auf dem Jahnplatz auf einmal eine andere. Klar, oberste Maxime ist weiterhin, erst mal den Klassenverbleib zu sichern. Doch die Leistungen in der vergangenen Runde haben Lust auf mehr gemacht. Absteiger SC 1880 Frankfurt mit Johannes Gans sei wohl der erste Anwärter auf die Meisterschaft. Platz drei sei aber mit einer konstanten Leistung drin, meint der Coach.

Die ersten Punkte auf dem Weg sollen am Samstag gegen den HTC Stuttgarter Kickers eingefahren werden, traditionell ein unangenehmer Gegner. Die Duelle mit den Schwaben sind in der Regel eng. „Stuttgart ist sehr robust und konterstark. Wir dürfen ihnen nicht viel Luft zum Atmen lassen und müssen einfache Ballverluste vermeiden“, fordert der TG-Trainer.

Der Kader der TG

Tor: Thimo Bernet, Oliver Scharfenberger, Julius Wagner; Abwehr: Marc Beck, Manuel Eck, Sandro Reinhard, Bastian Schneider, Jonas Stroh, Simon Taubert, Johannes Zurke; Mittelfeld: Sven Becker, Tim Ehret, Constantin Holzhauser, Yannick Koch, Lars Schreiner, Torben Theobald; Sturm: Sven Beringer, Lel Brugger, Alexander Cunningham, Noah Frank, Vincent Martens, Ludovico Melideo, Max Neumeier, Dominik Seel, Jonathan Wiemer, Luca Zerm.

Die Hinrunde der TG

10. September (14 Uhr): TGF – HTC Stuttgarter Kickers; 17. September (14.30 Uhr): Zehlendorfer Wespen – TGF; 18. September (13 Uhr): SC Charlottenburg – TG Frankenthal; 24. September (14 Uhr): TGF – HG Nürnberg; 25. September (14 Uhr): TGF – Nürnberger HTC; 1. Oktober (14 Uhr): SC Frankfurt 1880 – TGF; 8. Oktober (14.30 Uhr): TGF – TuS Lichterfelde; 9. Oktober (14 Uhr): TGF – TC Blau-Weiss Berlin; 16. Oktober (12 Uhr): Wiesbadener THC – TGF.

 

Souverän mit kleinen Fehlern (06.07.2022)

Saisonbilanz: Nur einmal hat sich die TG Frankenthal in der abgelaufenen Hockey-Zweitligasaison einen Totalausfall geleistet. Ansonsten spielte und kämpfte sich die Mannschaft von Trainer Timo Schmietenknop souverän in Richtung Klassenverbleib. Vor allem im Mittelfeld ist die Leistungsdichte hoch. Doch der Coach hat auch eine Baustelle ausgemacht.

Von Christian Treptow

 
Frankenthal. Selbstverständlich fällt noch mal der Name Johannes Gans, wenn man auf die Saison 21/22 in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga der TG Frankenthal zu sprechen kommt. Der hochveranlagte Offensivspieler zog es nach seinem Aufenthalt in Kanada in Richtung Frankfurt zum SC 1880. Doch in der kommenden Saison kommt Gans wieder nach Frankenthal. Denn der SC stieg ab und misst sich in der Spielzeit 22/23 mit der TG. „Natürlich hätte ich ihm die Erste Liga gegönnt. Aber ich freue mich immer, wenn er nach Frankenthal kommt – egal in welchem Trikot“, sagt TG-Trainer Timo Schmietenknop.Sein Team hat erneut eine gute Runde hingelegt. 21 Punkte, Platz sechs (punktgleich mit dem Vierten Stuttgarter Kickers) sind die nackten Zahlen unterm Strich. Abseits der reinen Ergebnisse hatte man aber nie das Gefühl, dass die TG in akute Abstiegsgefahr kommen könnte. Dank der Mithilfe der Konkurrenz war der Klassenverbleib schon zum Strohhutfest gesichert.

Schulnote Zwei minus Schmietenknop gibt seinen Schützlingen die Schulnote Zwei minus. „Es war eine spannende Saison. Wir haben viel ausprobiert. Die Vorbereitung war schwierig.“ Positiv vermerkt der Coach: „Wir haben immer die Chance zu gewinnen.“ Lediglich beim 2:5 in Nürnberg habe man sich einen Totalausfall geleistet. Die Saison abgeschlossen hat die TG mit vier Remis. „Es waren immer wieder einfache Fehler dabei. Die muss man abstellen, wenn man oben mitspielen will.“

Ja, ein Spieler wie Johannes Gans habe wegen seiner individuellen Fähigkeiten gefehlt. „Aber so waren wir spielerisch stärker. Wir haben es gut umgesetzt, hatten eine ordentliche Eckenquote.“ In der offensiven Schaltzentrale war die Last auf mehrere Schultern verteilt. Tim Ehret ist endgültig in Frankenthal angekommen und hat seine Qualitäten als Taktgeber im offensiven Mittelfeld unter Beweis gestellt. Yannick Koch hat überragende technische Fähigkeiten. Schmietenknop nennt ihn schon „tragende Säule und unstoppbar“. Und auch Max Neumeier sei zum Ende der Spielzeit immer besser in Schwung gekommen.

Hinzu kommt noch Sven Becker, der offenbar mit jedem Jahr besser wird. „Und fitter“, ergänzt Schmietenknop. „Im Mittelfeld tummeln sich bei uns viele intelligente Spieler. Da werden wir in Zukunft noch viel Freude haben. Das Mittelfeld ist unser Prunkstück“, schwärmt der Coach.

Der Klassenverbleib sei eine Teamleistung gewesen. Doch ein Akteur ragte regelmäßig heraus. Keeper Thimo Bernet hat der TG mit zahlreichen Paraden so manchen Zähler festgehalten und sich zur klaren und unangefochtenen Nummer eins im Feld gemausert. „Er war vor allem bei den Ecken stark“, lobt Timo Schmietenknop seinen Torwart. Die Problemzone der TG war der Angriff. 37 geschossene Tore sind noch ausbaufähig. „Wir waren im Kreis oft zu verspielt.“

In der Abwehr konnte sich die TG auf Kapitän Bastian Schneider, Routinier Marc Beck, Manuel Eck, Johannes Zurke und Sandro Reinhard verlassen. Letzterer hat, nachdem er schon in der Halle in der Defensive eingesetzt wurde, die Wandlung vom Offensivmann zum Abwehrspieler vollzogen. „Es war eine seiner besten Saisons in Frankenthal“, lobt Timo Schmietenknop den Schweizer. „Im letzten Spiel in Stuttgart hat er sogar freier Innenverteidiger gespielt. Er hat auf jeden Fall einen Sprung nach vorne gemacht. Und wenn die einzelnen Spieler besser werden, dann heißt das, dass wir als Trainerteam auch einen guten Job machen“, erläutert der Coach.

Trotzdem: Das Thema Verteidigung wird auch eins bis zum Ende der Transferperiode am 1. August sein. Denn Timo Schmietenknop macht keinen Hehl daraus, dass er es gerne sehen würde, wenn der Kader der TG in der Breite noch besser aufgestellt wäre. „Wir hatten immer wieder Probleme durch Verletzungen. Man braucht einen breiten Kader, um das aufzufangen.“

Zwei Alternativen hat die TG mit Lars Schreiner und Jonathan Wiemer zur Feld-Rückrunde bekommen. Doch die Verantwortlichen sind auf der Suche nach weiteren Spielern – nicht nur im eigenen Nachwuchs.

„Man braucht die Bereitschaft und die Einstellung im Kopf, wenn man in der Mühle Hockey-Bundesliga drin ist. Vorbereitung, Training, bei den Spielen ist man ein Wochenende auf Tour“, nennt Schmietenknop die Herausforderung für junge Spieler.

Der Coach selbst wird sich auch in der kommenden Spielzeit wieder der Herausforderung an der Seitenlinie stellen. „Auf jeden Fall für die Feld-Hinrunde und die Hallensaison. Dann müssen wir mal schauen, wie es beruflich bei mir weitergeht“, sagt Timo Schmietenknop. Hans Damm wird ihm dabei weiter als Co-Trainer zur Verfügung stehen. „Er wird gut angenommen von den Jungs.“

Das Ziel in der nächsten Saison soll dann sein, sich weiter in die oberen Regionen der Tabelle der Südgruppe der Zweiten Bundesliga zu orientieren. Und in der Halle soll natürlich die Erste Bundesliga weiter in der Halle Am Kanal präsentiert werden. Die TG wolle weiter eine gute Anlaufstelle und ein Sprungbrett für talentierte Spieler sein. Die können ab 14. Juli, wenn die TG in die Vorbereitung auf die nächste Saison einsteigt, zeigen, was sie können.

Auf gutem Weg

Die TG Frankenthal hat gezeigt, dass sie zurecht in der Zweiten Liga spielt. In Zukunft wird viel vom Nachwuchs abhängen.

Feldhockey-Zweitligist TG Frankenthal hat sich unterm Strich ohne größere Schwierigkeiten den Ligaverbleib gesichert. Es wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn aus einem der vier Remis zum Saisonabschluss ein Sieg geworden wäre.

Die TG-Herren sind auf einem guten Weg. Trainer Timo Schmietenknop hat dem Team taktische Variabilität verpasst und findet in der Ansprache offenbar den richtigen Ton. Von seiner Erfahrung profitieren vor allem die jungen Spieler, wie zum Beispiel Yannick Koch. Der Blondschopf zeigt regelmäßig, dass er die Stütze im Mittelfeld der TG in naher Zukunft sein kann.

Das Problem: Die Leistungen der TG bleiben der Konkurrenz nicht verborgen. Spieler wie Koch oder Keeper Thimo Bernet wecken Begehrlichkeiten. Da wird es auch in Zukunft umso wichtiger sein, dass aus dem eigenen Nachwuchs regelmäßig Spieler zum Kader der ersten Herren stoßen. Denn große finanzielle Sprünge werden auch weiterhin nicht möglich sein.

Scroll to top