Rheinpfalz: ” Sicher, aber mutig” (28.09.2019)

Es ist ein Spitzenspiel in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga Süd, mit dem nicht viele gerechnet haben: Tabellenführer TG Frankenthal empfängt am Samstag (18 Uhr) den HC Ludwigsburg. Die beiden Trainer sind aus komfortablen Situationen heraus voll des Lobes für den jeweiligen Gegner.

Frankenthal. Das Spitzenspiel an diesem Wochenende in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga Süd lautet tatsächlich TG Frankenthal gegen HC Ludwigsburg. „Dass wir zu dem Zeitpunkt der Saison telefonieren und übers Spitzenspiel sprechen, damit konnte niemand rechnen“, sagt Ludwigsburgs Trainer Daniel Weißer im RHEINPFALZ-Gespräch.Er weiß aber auch, warum es zu dieser Konstellation gekommen ist: „Beide Teams haben einen Lauf.“ Okay, sein HCL hat sich bei der 0:3-Heimniederlage gegen die Zehlendorfer Wespen einen Ausrutscher geleistet. Die restlichen vier Partien haben die Schwaben aber gewonnen.

Ähnlich sieht’s bei der TG Frankenthal aus. Wobei die TG ein Spiel mehr in den Beinen hat und im Gegensatz zum HCL noch ungeschlagen ist. Einzig beim 1:1 bei den Zehlendorfer Wespen am vergangenen Samstag fuhr die TG mal keine drei Punkte ein.

Die guten Leistungen der TG finden beim HCL Anerkennung

Die Leistung der TG unter dem neuen Coach Timo Schmietenknop ist auch in Ludwigsburg nicht unbemerkt geblieben. „Frankenthal hat sich jetzt schon aller Abstiegssorgen entledigt. Unter Timo ist jetzt Struktur im Spiel. Und mit Johannes Gans hat die TG einen Ausnahmespieler im Kader“, sagt Daniel Weißer.

Das Lob aus berufenem Munde hört Schmietenknop natürlich gerne. Und er teile auch die Meinung, dass sich das Auftreten der Truppe von der Struktur her verbessert habe. „Gutes Verteidigen, schnelle Konter und ein extremer Wille zeichnen die Mannschaft aus“, sagt der TG-Trainer. Seine Schützlinge hielten sich an den Plan, der für jedes Spiel ausgegeben werde.

Für die Partie am Samstag heißt der: „Vor allem Ballverluste im Zentrum vermeiden“, sagt Schmietenknop. Ludwigsburg könne schnell umschalten, sei da fast schon auf Erstliganiveau. Diese Lektion hätten Frankfurt und München bereits gelernt. Gegen Frankfurt gewann der HCL 3:2, gegen den MSC 4:2.

Für die TG heißt das im Umkehrschluss: „Sicheres Hockey über die Außen“, gibt der Übungsleiter als Devise vor. Natürlich wolle man weiter mutig spielen. Und man sei sich auch bewusst, dass Ludwigsburg eher weniger Ballbesitz wolle.

Weißer setzt in Ludwigsburg konsequent auf die Jugend

Dort hat Daniel Weißer in der Rückrunde der vergangenen Feldsaison verstärkt auf die Jugend gesetzt. „Ich habe den Jungen Chancen zum Spielen gegeben, auch in dem Bewusstsein, dass wir den einen oder anderen Punkt weniger holen. Das zahlt sich jetzt aus.“ Er habe jetzt mehr Breite im Kader. Und die Akteure müssten um die Plätze im Kader kämpfen. Das führe bislang zu der Konstellation, dass ein Leistungsträger wie Arne Huber in der Runde noch gar nicht eingesetzt wurde. Er stehe voll im Beruf, sagt Weißer.

Dieser permanente Tausch tue gut. „Und bisher gibt der Erfolg dem Modell recht“, meint der HCL-Coach. Als Beispiele für den sich stetig etablierenden Nachwuchs führt er Matthias Schurig, Jonas Fischer und Max Binder an. „Sie sind keine Mitläufer mehr, sondern haben feste Positionen.“ Binder habe zum Beispiel Routinier Michael Josek in der Abwehr verdrängt.

Das ist ein Weg, den sich Timo Schmietenknop auch für die TG Frankenthal vorstellen kann. „Daniel macht seit sieben Jahren extrem gute Arbeit in Ludwigsburg. Er ist der Architekt. Auch die Infrastruktur dort ist toll.“ Die TG habe jetzt einen ähnlichen Weg eingeschlagen. „Wir versuchen, attraktiv zu sein für junge Spieler, die vielleicht bei anderen Vereinen nicht zum Zuge kommen. Denen können wir bei entsprechendem Training Einsätze auf hohem Zweitliganiveau bieten“, führt der TG-Trainer aus.

Urlaub: Thomas Vicca übernimmt für Timo Schmietenknop

Er wird am Samstagabend nicht an der Seitenlinie stehen, da er im Urlaub ist. Ex-TG-Spieler Thomas Vicca wird gegen Ludwigsburg schauen, dass die Spieler den Plan in die Tat umsetzen. Drei Punkte will Schmietenknop aus den letzten drei Partien der Hinrunde holen. „Wir wollten mit zehn, elf Punkten überwintern. Das haben wir schon übererfüllt.“ Jetzt wolle man weiterhin das bieten, für was die Zuschauer die TG bei den vergangenen Auftritten gefeiert haben.

Verzichten muss die TG gegen Ludwigsburg auf den verletzten Alexander Larbig und Alexander Cunningham (Beruf). Sebastian Firsching und Simon Hayn rücken dafür in den Kader. Sven Becker (Zerrung) sei fraglich. Marc Beck und Dominik Seel seien unter der Woche krank gewesen, können aber wohl spielen.

Ginge es nach Daniel Weißer, könnte man die Saison auch jetzt schon abpfeifen. Mit Rang drei wäre er zufrieden. Timo Schmietenknop lacht, auf die Aussage angesprochen. Langfristig habe man die Erste Bundesliga sicherlich im Auge. Aber im Moment käme der Aufstieg noch zu früh für das Team.

So spielen sie

TG Frankenthal: Scharfenberger, Bernet – Beck, Eck, Schwindt, Schneider, Hayn – Zurke, Becker, Kohlmann, Koperski, Seel, Firsching – Gans, Fuchs, Reinhard, Lüschen.

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