Rheinpfalz: Abstimmen für neue Umkleide (29.07.2020)

Hintergrund: Neue Auswechselbänke, neue Kabinen – das würde die TG Frankenthal gerne vor allem den Nachwuchsmannschaften bieten. Das nötige Kleingeld für den Anfang soll über eine Aktion im Internet zusammenkommen. Die TG will im August „Verein des Monats“ werden. Dafür braucht sie viele Stimmen.

Von Christian Treptow

Frankenthal. „Wir hatten uns schon im vergangenen Jahr beworben. Da hat’s nicht geklappt“, erinnert sich Katharina Koppel. Die Kapitänin der ersten Damen der TG hat sich zusammen mit Timo Schmietenknop, Hockey-Abteilungsleiter und Trainer der ersten Herren, um die Bewerbung gekümmert. Doch diesmal kam die E-Mail mit der Zusage. Die TG hat die Chance, im August auf der Internetseite www.vereinsleben.de „Verein des Monats“ zu werden.Fünf Vereine buhlen

um Gunst der FansDie Modalitäten sind eigentlich ganz einfach: Fünf Vereine buhlen um die Gunst der Besucher der Homepage. Wer beim jeweiligen Verein – pro Monat stehen jeweils fünf zur Auswahl – auf „Details“ klickt, erfährt Näheres zu den Projekten, die die Vereine mit dem Geld finanzieren wollen. Der Verein, der die meisten Stimmen im Monat bekommt, erhält 10.000 Euro vom Gewinnsparverein der Sparda-Bank Südwest. Und die könnte die TG ganz gut brauchen. Denn durch die Corona-Krise sind dem Verein Einnahmequellen wie das Strohhutfest weggebrochen.

Bänke werden morsch„Die Auswechselbänke sind aus Holz und werden langsam morsch“, erläutert Katharina Koppel. Und vor Regen sei man trotz Überdachung auch nicht richtig geschützt. „Langsam wird’s Zeit, dass was Neues kommt“, betont Koppel. Denn immerhin haben die Auswechselbänke auf dem Jahnplatz fast ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel.

Die Kapitänin der ersten Damenmannschaft der TG hat auch schon Vorstellungen, wie eine neue Bank aussehen könnte. Etwas weiter nach hinten versetzt soll sie werden, eine Ablage für die Schlägertaschen soll sie bieten, und gepolstert könnte sie sein. „Ein größeres Dach wäre auch nicht schlecht.“ Aus Holz sollen die neuen Bänke nicht sein. Also vielleicht Schalensitze, wie man es aus vielen Fußballstadien kennt? „Ne, eher nicht“, sagt Koppel und grinst. Aber Rückenlehnen wären schon schön, vorzugsweise mit dem Logo der TG. „Der Preis für eine Bank fängt bei etwa 3000 Euro an. Nach oben ist dann offen“, sagt Koppel. Zur Not mache man eben erst mal die Auswechselbank der Heimmannschaft neu, sagt sie und lacht.

Umkleidekabinen renovierungsbedürftigRenovierungsbedürftig seien auch die Umkleidekabinen der TG. Auf die Frage, wo es da klemmt, meint Koppel vielsagend: „Überall.“ Als Ziel hat die TG formuliert, aus dem Kabinentrakt eine Mischung aus Kabine, Besprechungs- und Jugendraum zu machen. Dabei soll auch an die erfolgreiche Vergangenheit der TG mit zehn deutschen Meistertiteln und dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister erinnert werden. Gleichzeitig will der Verein aber auch die Verbindung zu einer modernen Jugendarbeit herstellen. Denn die Kabinen würden vor allem der Arbeit der Trainer im Jugendbereich nicht mehr gerecht werden. Etwa 280 Kinder jagen bei der TG derzeit mit dem Krummstock dem Ball hinterher. Den Kindern und Jugendlichen sollen nun auch entsprechende Rahmenbedingungen geboten werden.

„Machen müssen wir es früher oder später so oder so“, sagt Katharina Koppel. Tendenziell kämen wohl erst mal die Auswechselbänke dran, meint sie. Und damit das auch klappt, zählt die TG auf die Hilfe ihrer über 1000 Mitglieder. Diese sollen bei der Abstimmung im Internet helfen, dass die 10.000 Euro im August nach Frankenthal überwiesen werden.

Wer sich registriert, kann pro Tag einmal abstimmenBetrieben wird das Portal vereinsleben.de von der Rheinland-Pfälzischen Rundfunk GmbH & Co. KG in Ludwigshafen. Unterstützt wird die Aktion vom Landessportbund Rheinland-Pfalz. Abstimmen können alle, die älter als 16 Jahre sind und die sich auf der Homepage oder der App registriert haben. Pro Tag kann jeder eine Stimme abgeben.

Noch Fragen?

Die Abstimmung ist auf www.vereinsleben.de unter der Rubrik „Vorteile“ und dann „Aktuelle Aktion“ zu finden. Dort gibt es auch Details zu den Projekten der einzelnen Vereine.

Rheinpfalz: “Hauptsache auf rechte Seite” (24.07.2020)

Gegenüber: Marie Fischer ist eines der großen Nachwuchstalente der TG Frankenthal. Schon seit einigen Monaten trainiert die Jugend-Nationalspielerin mit dem Kader des ersten Damenteams. Mit diesem will sie in der Feldhockey-Regionalliga Süd angreifen – sobald der Ball nach der Corona-Pause wieder rollt.

Von Frank Geller

 FRANKENTHAL. Eigentlich hätte Marie Fischer jetzt schon längst ihre ersten Einsätze bei den ersten Damen der TG in der Regionalliga absolviert. Die Feldsaison wäre abgeschlossen, die Vorbereitung für die neue Runde würde anlaufen. Eigentlich. Doch dann kam Corona und wirbelte alles gehörig durcheinander. Nach Abschluss der Hallenrunde haben die TG-Damen kein Spiel mehr absolviert. Im September könnten die beiden noch ausstehenden Hinrundenspiele der aktuellen Feldsaison endlich ausgetragen werden, Termine gibt es dafür aber noch nicht.

Die A-Jugend-Spielerin bleibt dennoch optimistisch. „Mein erster Einsatz in einem Regionalligaspiel kommt jetzt eben etwas später“, meint Fischer und lacht. Sie freue sich darüber, schon mit 16 Jahren zum Kreis des ersten Damenteams zu gehören. Der aktuellen Situation kann sie sogar etwas Gutes abgewinnen: „Wir haben lange in Kleingruppen trainiert. Dadurch habe ich die anderen Spielerinnen in meiner Gruppe sehr gut kennengelernt.“ Auch von den übrigen etablierten Aktiven sei sie sehr gut aufgenommen worden. Und jetzt könne ja auch endlich wieder in größeren Gruppen trainiert werden. „Das fühlt sich wieder richtig nach Hockey an“, sagt Fischer. Unterschiede zum Jugendbereich hat sie bereits ausgemacht: „Bei den Aktiven ist schon im Training alles etwas schneller und technischer.“ Wobei es ein merkwürdiges Gefühl sei, monatelang zu trainieren, ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben.

Persönliche Ziele hat Fischer dagegen schon. Sie will im ersten Team Stammspielerin werden. In der Halle soll im kommenden Winter mit den TG-Damen der Wiederaufstieg in die Erste Regionalliga gelingen, und im Feld soll die Zweite Bundesliga die Perspektive sein. Fischer ist überzeugt davon, dass das Team das Zeug dazu hat, beides zu schaffen.

Für ihr sportliches Ziel nimmt die Gymnasiastin einiges auf sich. Die 16-Jährige wohnt in Hüffelsheim bei Bad Kreuznach. Eineinhalb Stunden dauert allein die Zugfahrt nach Frankenthal. „Die Hinfahrt ist überhaupt kein Problem, da freue ich mich total aufs Hockey“, sagt Fischer. Auf der Rückfahrt sei sie dann aber meist ganz schön kaputt. Zweimal pro Woche hat sie Mannschaftstraining.

Hockey spielen gelernt hat Fischer beim VfL Bad Kreuznach. Zuvor hat sie bei der SG Hüffelsheim Fußball gespielt – bis zur C-Jugend. Auch beim Kicken schaffte sie es in eine Auswahlmannschaft. Doch Hockey gefiel ihr besser. „Hockey ist ein sehr technischer Sport, und man kann mit dem Schläger viele Tricks machen“, erklärt Fischer. Bis zu den Mädchen B spielte sie in Bad Keuznach, dann kam der Wechsel zur TG Frankenthal. „Die Perspektiven hier sind viel besser“, betont die 16-Jährige.

Viele Jahre lang war Axel Schröder der Trainer von Marie Fischer. Spielerinnen wie Maja Becker und Hannah Schiller, die ebenfalls seit dem Frühjahr mit den ersten Damen trainieren, kennt sie seit frühester Jugend. Mit ihnen zusammen hat sie in der Oberliga gespielt und an den süddeutschen Meisterschaften teilgenommen. Damencoach Tobias Stumpf, der auch die weibliche Jugend A der TG trainiert, attestiert ihr sehr gute Chancen, im ersten Damenteam zum Zug zu kommen. „Marie ist defensiv sehr stark, kann aber genauso Mittelfeld spielen und offensiv Akzente setzen“, berichtet Stumpf.

Fischer sieht sich selbst als Allrounderin. „In der Rheinland-Pfalz-Auswahl habe ich auch mal im Sturm gespielt, meistens wurde ich bisher in der Abwehr eingesetzt.“ Die genaue Position sei ihr eigentlich egal. „Hauptsache, ich spiele auf der rechten Seite und kann Impulse nach vorne geben“, meint Fischer.

Das hat die Hüffelsheimerin auch schon in der Jugend-Nationalmannschaft unter Beweis gestellt. 2019 feierte sie an Ostern ihr Debüt in der U16-Nationalmannschaft – beim 5:0-Sieg gegen die USA. Im selben Jahr nahm sie zusammen mit Hannah Schiller im Nationaldress am Vier-Nationen-Turnier in Mannheim teil, bei dem Deutschland den Siegerpokal holte. Auch beim Sechs-Nationen-Cup in Eindhoven war sie dabei.

Den Athletik- und Fitnesstest für die U18-Nationalmannschaft hat Fischer bereits absolviert. Zu weiteren Einsätzen ist es Corona-bedingt aber noch nicht gekommen. In der Nationalmannschaf zu spielen, sei schon etwas ganz Besonderes, betont Fischer. Ihr großer Traum: in den Kader der A-Nationalmannschaft zu kommen und an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilzunehmen. Um das zu erreichen, sei aber noch viel Spielpraxis erforderlich. Deshalb hofft die 16-Jährige, dass der Ball in der Regionalliga bald wieder rollt.

Rheinpfalz: Vorbereitung mit Köpfchen (14.07.2020)

Hockey: Feld-Zweitligist TG Frankenthal startet mit Training für Rückrunde und nimmt dafür viele Auswärtsspiele in Kauf – Otto und Richter Co-Trainer

Von Christian Treptow

 Frankenthal. Mit einem Heimspiel am 6. September gegen die HG Nürnberg nehmen die ersten Herren der TG Frankenthal wieder den Spielbetrieb in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga Süd auf. Beim Training hat Coach Timo Schmietenknop Unterstützung bekommen.

6. September – das ist zumindest der Plan. Die genauen Anstoßzeiten stehen noch nicht fest. „Wir sind gerade dabei, das mit den Gegnern abzustimmen“, sagt Norbert Grimmer, Sportlicher Leiter Aktive bei der TG.

Es wäre die Fortsetzung einer Saison, die am Ende 19/20/21 heißen würde. Im Frühjahr werden Auf- und Absteiger ermittelt. Die TG ist in der Südgruppe der Zweiten Bundesliga auf Platz vier. Die ersten Fünf kommen in die Play-offs. „Klar, unser Ziel ist mindestens Platz fünf“, betont Timo Schmietenknop.

Die Hinrunde sei extrem stark gewesen. „Wir haben gute Leistungen gezeigt, hatten auch etwas Glück und eine gute Athletik, dank der wir hinten raus immer zulegen konnten.“ Es sei aber auch immer drin, ein Spiel zu verlieren.

Schmietenknop glaubt an den Re-Start am 6. September. Allerdings sei es schwierig, für jeden die gleichen Wettbewerbsbedingungen herzustellen. So darf die TG aufgrund der zehnten Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz nur maximal mit zehn Mann auf den Platz. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen dürfe schon in vollem Umfang trainiert werden. „Klar ist das ein Nachteil. Aber wir sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen“, meint der Trainer. Was bedeutet: Die TG wird ihre Vorbereitungsspiele hauptsächlich auswärts bestreiten, zum Beispiel in Mannheim, Mönchengladbach und Düsseldorf.

Eine Herausforderung im organisatorischen Sinne wird das Doppelwochenende in Berlin. Am 26./27. September muss die TG beim TC BW Berlin und beim TuS Lichterfelde ran. „Zugtickets und Hotel sind gebucht. Man kann ja nicht bis kurz vor knapp warten“, sagt Schmietenknop.

Der Plan für die Vorbereitung stehe, bekräftigt Schmietenknop. Diese beginnt am 14. Juli mit Athletiktraining. „Die erste Woche ist quasi eine Vorbereitung auf die Vorbereitung“, sagt Schmietenknop. Danach werde die Schlagzahl erhöht. Und auch Athletikeinheiten mit Schläger und Ball sollen dazukommen.

Apropos dazukommen: Timo Schmietenknop bekommt die von ihm so lang gewünschte Unterstützung an der Seitenlinie. Denn Benjamin Otto und Christian Richter gehen ihm als Co-Trainer zur Hand. Und noch ein alter Bekannter wird auf dem Jahnplatz zu sehen sein: Eike Bumb übernimmt laut Schmietenknop einmal pro Woche das Athletiktraining und soll dabei hauptsächlich mit den jungen Spielern arbeiten.

Von diesen hat Schmietenknop einige im Kader. Das macht die Truppe breiter, die Jungen sollen den Arrivierten bei der TG aber auch Dampf machen. Für die Torhüterposition kommt Julius Wagner vom SSV Ulm zur TG. Der 17-Jährige muss sich aber wohl noch hinter Oliver Scharfenberger und Thimo Bernet anstellen. In der Verteidigung dürfen sich Constantin Holzhauser und Alexander Eckert Hoffnung auf Einsätze machen.

Im Mittelfeld kommt mit Heinrich Reuss vom Kreuznacher HC laut Schmietenknop „eines der größten Talente in Rheinland-Pfalz“ zur TG. Auch Yannick Koch, Bruder von Annika Koch (TG-Damen), will sich in der Schaltzentrale beweisen. Ob der Pole Maksymilian Koperski wieder aufläuft, werde in den kommenden Wochen geklärt. Im Sturm hofft Luca Zerm auf Einsätze.

Der TG-Kader

 – Tor: Oliver Scharfenberger, Thimo Bernet, Julius Wagner. – Abwehr: Marc Beck, Bastian Schneider, Volker Schwindt, Christian Dopp, Constantin Holzhauser, Manuel Eck, Alexander Eckert. – Mittelfeld: Erik Kohlmann, Sven Becker, Johannes Zurke, Yannick Koch, Heinrich Reuss, Dominik Seel, Maksymilian Koperski (?). – Sturm: Fridolin Lüschen, Johannes Gans, Sandro Reinhard, Vincent Martens, Richard Henk, Jan Hitschler, Lauritz Fuchs, Noah Frank, Alexander Cunningham, Luca Zerm.Der TG-Spielplan

6. September: TG – HG Nürnberg; 12. September: Stuttgarter Kickers – TG; 26. September: TC BW Berlin – TG; 27. September: TuS Lichterfelde – TG; 3. Oktober: TG – Zehlendorfer Wespen; 4. Oktober: TG – Berliner SC; 10. Oktober: HC Ludwigsburg – TG; 18. Oktober: SC Frankfurt 1880 – TG; 25. Oktober, 12 Uhr: TG – Münchner SC.

Rheinpfalz: Neuer Spielmodus soll Spannung bringen (19.06.2020)

Hockey: Wie es in den Hockey-Bundesligen in der Pandemie weitergeht, in dieser Frage ist man inzwischen einen Schritt weiter. Bei einer Abstimmung hat sich die Mehrheit der Vereine für eine Doppelsaison ausgesprochen. Die Ergebnisse aus der im vergangenen Herbst absolvierten Hinrunde sollen mitgenommen werden. Die erste Herrenmannschaft der TG Frankenthal kann mit der Entscheidung gut leben.

Von Frank Geller

 
FRANKENTHAL. Das Abstimmungsergebnis in der für die TG Frankenthal maßgeblichen Zweiten Feldhockey-Bundesliga war eindeutig: 67,5 Prozent der Vereine haben sich laut einer Mitteilung des Deutschen Hockey-Bunds (DHB) vom Mittwochabend für die sogenannte Pool-Lösung ausgesprochen. Bis Dienstag konnten die in den Bundesligen vertretenen Clubs abstimmen. Die von der Mehrheit favorisierte Variante ist die, für die sich auch die TG ausgesprochen hat.

Und die sieht folgendes vor: Die Punkte und Tore aus der bereits gespielten Hinrunde der ursprünglichen Feldsaison 2019/20 behalten ihre Gültigkeit und werden als Ausgangswerte für die Starttabelle der Runde 2020/21 herangezogen. In der zehn Teams umfassenden Südgruppe der Zweiten Bundesliga liegen die TG-Herren aktuell mit 16 Zählern und 21:13 Toren auf dem vierten Platz.

Heimrecht wird getauschtAb September soll dann bis zur Winterpause erneut eine komplette Hinrunde im Feld gespielt werden. Demnach würde in diesem Jahr in der Nord- und in der Südgruppe jede Mannschaft noch neun Partien absolvieren. Damit nicht wieder genauso wie im vergangenen Herbst gespielt wird, wird das Heimrecht der Vorrunde 2020 im Vergleich zur Hinrunde 2019 getauscht.Einen ganz neuen Spielmodus soll es dann im kommenden Jahr geben: 2021 werden sowohl in der Nord- als auch in der Südgruppe jeweils die ersten fünf Teams eine Hin- und Rückrunde absolvieren. Die jeweils letzten fünf Teams verfahren genauso. Zu den neun Spielen aus der Hinrunde in diesem Jahr kommen dann für jede Mannschaft noch einmal vier Spiele pro Mini-Teilserie 2021 hinzu. Macht unterm Strich 17 Begegnungen in der Spielzeit 2020/21. Die Punkte und Tore aus dem vergangenen Jahr und der Runde 2020/21 werden addiert. Wer am Ende in seiner Gruppe ganz oben steht, steigt auf. Auch Absteiger wird es natürlich geben.

„Gerechte Variante“Die in der Abstimmung unter den Zweitligateams unterlegene Variante hätte in der XXL-Saison 2019/20/21 drei Teilserien vorgesehen. Zu der bereits gespielten Vorrunde wäre ab September die Rückrunde hinzugekommen. Im neuen Jahr hätten die Teams dann noch einmal eine komplette Hinrunde gespielt. So wäre jede Mannschaft auf ein Spiel mehr gekommen als in der Pool-Lösung.

Norbert Grimmer, Sportlicher Leiter Aktive bei der TG Frankenthal, kann mit der getroffenen Entscheidung gut leben. „Das bringt in die insgesamt drei Jahre umfassende Runde noch etwas mehr Spannung rein“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Grimmer findet die Variante auch gerechter: „Wenn 2021 noch eine weitere Vorrunde gespielt worden wäre, hätten manche Mannschaften ein Heimspiel weniger gehabt.“

Spielplan kommt im Juli Mit der Arbeit der vom Deutschen Hockey-Bund eingesetzten Task-Force Bundesliga ist Grimmer zufrieden. Diese hatte dem DHB zunächst empfohlen, den Spielbetrieb bei Damen und Herren bis 31. Juli auszusetzen (wir berichteten). Für dessen Fortsetzung wurden den Vereinen daraufhin verschiedene Varianten präsentiert. Bis zum vergangenen Dienstag lief die Abstimmung.

Norbert Grimmer ist davon überzeugt, dass der Spielplan für die Saison 2020/21 zügig ausgearbeitet wird. Er rechnet damit, dass dieser schon im Juli vorgestellt wird. „Die Teams müssen ja planen. Für die Auswärtsspiele müssen die Anreise organisiert und die Hotelzimmer gebucht werden. Auch die Trainer brauchen einen mehrwöchigen Vorlauf, um die Vorbereitung entsprechend auszurichten“, erklärt Grimmer. Trainiert werden darf im Moment nur in Kleingruppen.

Kontaktsport zulassenEinen festen Termin für den ersten Spieltag der Runde 2020/21 gibt es noch nicht. Und natürlich bleiben Restzweifel, ob die Saison im September auch tatsächlich gestartet werden kann. „Alles hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab“, betont Grimmer und ergänzt: „Unbedingte Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Hockey-Bundesligen ist, dass die einzelnen Bundesländer Kontaktsport wieder zulassen.“ Dass sich Bund und Länder am Mittwoch auf neue Corona-Regeln verständigt haben und demnach Großveranstaltungen bis Ende Oktober verboten bleiben sollen, sorgt da bei den Hockeyteams wieder für etwas Unsicherheit.

Bei der TG Frankenthal hoffen laut Grimmer alle darauf, dass es bald wieder losgehen kann. „Die Teams wollen wieder spielen.“ Notfalls auch ohne Publikum.

Rheinpfalz: Viel Zeit für Details (13.06.2020)

Hockey: Jetzt sind auch die Herren am Ball: Mit Kraft-, Lauf- und Eckentraining hat die erste Herrenmannschaft der TG Frankenthal die Übungseinheiten auf dem Jahnplatz aufgenommen. Für Trainer Timo Schmietenknop sind die Übungseinheiten mit Teilen der Mannschaft natürlich nicht optimal. Aber sie bieten auch Chancen, die im normalen Trainingsbetrieb wohl auf der Strecke geblieben wären.

Von Christian Treptow

Frankenthal. Ein großer Hockeyfreund scheint Petrus nicht zu sein. 15 Grad und Nieselregen begleiten die Spieler der ersten Herrenmannschaft und Trainer Timo Schmietenknop, als sie am Donnerstag auf den Platz gehen. Dabei halten sich alle an das vorgeschriebene Prozedere. Jede Gruppe macht sich in ihrer eigenen Wartezone fertig. Natürlich ist nicht der komplette Kader da. Aufgrund der Beschränkungen ist Training nur in Kleingruppen möglich.Wie es genau in der Zweiten Feldhockey-Bundesliga weitergeht, steht noch nicht fest. Weshalb Timo Schmietenknop auch keinen festen Zeitpunkt hat, auf den er hintrainieren lassen kann. Kraft, Ausdauer und Stabilität stehen dabei im Vordergrund. Und Kurze Ecken.

Die Corona-Pandemie – das ist für den TG-Trainer Fluch und Segen in einem. Natürlich würde er gerne ein „normales“ Mannschaftstraining anbieten. Mit Zweikämpfen und allem drum und dran. Das darf er wegen der Kontaktbeschränkungen und dem vorgegebenen Mindestabstand aber nicht. Auf der anderen Seite hat er derzeit die Gelegenheit, mehr in die Detailarbeit zu gehen. „Das wäre im normalen Saisonplan nicht möglich“, erläutert er.

Und er hat die Möglichkeit, einen dritten Eckenschützen auszubilden. Ihren Hut in den Ring dürfen an diesem eher grauen Donnerstag Bastian Schneider, Johannes Zurke und Nachwuchsspieler Alexander Eckert werfen. Schneider hat sich zu einer äußerst verlässlichen Größe in der Verteidigung der TG entwickelt. Und einen sehr guten Schlenzer vom Schusskreisrand hat er auch, wie er in der Einheit unter Beweis stellt. Okay, es kommen ihm keine Verteidiger entgegen, er kann sich den Ball ohne Hast zurechtlegen. Aber auch die Keeper, in dem Fall Thimo Bernet und Oliver Scharfenberger, haben freie Sicht – und ein ums andere Mal keine Chance.

Auch Alexander Eckert testet die Torleute. Er profitiert davon, dass der Coach etwas genauer hinschauen kann und bekommt Tipps für den Bewegungsablauf: „Stemmschritt, gerade bleiben, Ball mitnehmen, nicht überholen“, rät Schmietenknop. Beim nächsten Versuch kann er seinen Schützling gleich loben: „Besser.“

„Das macht richtig viel Spaß“, sagt Eckert nach der Einheit im RHEINPFALZ-Gespräch. Aber natürlich sei das Niveau bei den Aktiven noch mal höher als in der Jugend. Er habe richtig viel Lust gehabt, endlich mal wieder auf den Ball zu schlagen.

Routinier Marc Beck übt derweil Hereingaben. Es sind Zielübungen auf ein kleines Tor. Das Zielwasser scheint dem Verteidiger in der Zwangspause nicht abhandengekommen zu sein. „Das ist eine komplett neue Situation“, sagt Beck. „Eigentlich wären wir nächste Woche fertig mit der Saison.“ Am Schläger fehle noch etwas das Gefühl. Aber von der Fitness her sei man auf einem guten Stand.

Bei den Hereingaben der Strafecken darf sich auch der zweite Nachwuchsmann an diesem Tag versuchen: Constantin Holzhauser. „An der Härte der Hereingaben muss ich noch arbeiten“, sagt er selbstkritisch im RHEINPFALZ-Gespräch. Die Jungen werden, wenn die Saison irgendwann weitergeht, ihre Chancen bekommen, kündigt Schmietenknop an.

Was Holzhauser an den Schusskreis bringt, muss Christian Dopp stoppen. „Eine undankbare Aufgabe“, sagt Schmietenknop. Denn da sieht man vielleicht am besten, unter welchen Bedingungen derzeit trainiert werden muss. „Du stoppst den Ball und gehst dann drei Meter zurück“, erklärt Timo Schmietenknop seinem Spieler den Ablauf. Erst wenn Dopp ein paar Schritte nach hinten gegangen ist, kann Johannes Zurke Maß nehmen. Da bekommt er sogar noch Tipps vom eigenen Torwart: „Ganz hoch oder ganz flach, nicht die halben Dinger“, ruft ihm Thimo Bernet zu. Der nächste zappelt dann auch prompt im Winkel.

Der Coach ist froh, dass ihm Nachwuchsleute wie Constantin Holzhauser und Alexander Eckert mehr Möglichkeiten bieten, was die Kaderbreite angeht. „Wir kennen das ja. Am Anfang der Saison sieht der Kader immer super aus. Aber dann kommen Verletzungen, und irgendwann steht man mit 14 Mann da.“ Das Ziel sei, an einem Doppelwochenende auch mal die Gelegenheit zu haben, vier, fünf Leute austauschen und auf etwaige Verletzungen reagieren zu können.

Marc Beck sieht die Jungen schon gut integriert in den Kader der ersten Herren. „Da gab’s keine großen Probleme.“ Die Jungs machten im Training auch schon einen sehr guten Eindruck. „Bei den Spielen müssen wir dann mal schauen, wie es körperlich aussieht.“

Ans Aufhören habe er wegen der Corona-Krise nicht gedacht, berichtet Beck. „Mal schauen, wie lange es noch Spaß macht“, meint er vielsagend und lächelt. Aber der Verteidiger lässt durchblicken, dass er noch große Lust auf die bevorstehende Hallensaison in der Ersten Bundesliga hat. „So lange der Körper das mitmacht“, sagt er und grinst.

Die Stimmung im Team sei super, erzählt Timo Schmietenknop. „Die Jungs waren fast schon euphorisch, dass sie wieder auf den Platz durften“, erzählt er. Das sei auch gut, damit sie den Kopf wieder frei kriegen. Er hoffe, dass es im September weitergehe mit dem Ligabetrieb.

Die Ausrichtung des Trainings sei im Prinzip wie in einer normalen Pause. Durch regelmäßiges Krafttraining sei man auf einem guten Weg. Der Winterspeck sei weg. Der Muskelaufbau laufe. Sobald ein Termin für den Re-Start der Liga bekannt werde, rechne er sechs, sieben Wochen zurück. Dann gehe die „richtige“ Vorbereitung los.

Eine gute Nachricht hat noch der Abteilungsleiter Hockey Timo Schmietenknop. Denn alle Sponsoren hätten der TG die Treue gehalten. Das sei in Zeiten, in denen durch die Absage der Hockeycamps und des Strohhutfests wichtige Einnahmequellen wegfielen, sehr wichtig.

Rheinpfalz:”Regionalliga-Saison der Damen der TG Frankenthal zieht sich wohl bis 2021″ (29.05.2020)

Mit dem Feldtraining haben die Hockey-Damen der TG Frankenthal in dieser Woche schon begonnen. Ob sie in diesem Jahr noch zu einem Spiel kommen, in dem es um Punkte geht? Das passiert nach derzeitigem Stand frühestens nach den Sommerferien. Und auch dann müssen viele Faktoren passen. Geduld ist eine Tugend, sagt der Volksmund. Sehr viel Geduld müssen die Mannschaften mitbringen, die im Hockey unterhalb der Bundesligen aktiv sind. Hier müssen sich die Aktiven mit einer Feldsaison 19/20/21 anfreunden. Die entsprechenden Gremien haben sich laut Norbert Grimmer, Sportlicher Leiter Aktive der TG Frankenthal, darauf verständigt, dass die Saison in den Landesverbänden im April nächsten Jahres fortgeführt werden soll. Die bisher zu Buche stehenden Resultate werden mitgenommen. Im Süddeutschen Hockeyverband, in dem die Regionalverbände Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz/Saarland zusammengeschlossen sind, soll, sofern es erlaubt ist, die Feld-Hinrunde der Regionalligen nach den Sommerferien beendet werden. Die großen Ferien gehen in Rheinland-Pfalz am 14. August zu Ende.

Grimmer: Nicht von null in den Ligabetrieb
Konkret betrifft das bei der TG Frankenthal die ersten Damen. Diese stehen in der acht Teams umfassenden Regionalliga Süd mit vier Punkten und 5:8 Toren auf Platz sechs. Die Mannschaft von Coach Tobias Stumpf hätte in diesem Jahr also noch zwei Spiele im Feld auszutragen. „Aber das geht natürlich nur, wenn alle Landesregierungen Kontaktsport wieder erlauben“, sagt Norbert Grimmer. In der Regionalliga Süd spielen Vereine aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. Und selbstverständlich brauchen alle Teams auch einen Vorlauf von mehreren Wochen für eine vernünftige Vorbereitung. „Von null in den Ligabetrieb – das geht nicht“, betont Grimmer. „Aber wenn zum Beispiel Bayern nein sagt, dann spielen alle nicht.“

Stumpf: Unbefriedigende Situation
Tobias Stumpf spricht von einer „unbefriedigenden Situation“. Aufgrund der Tatsache, dass es immer mehr Lockerungen gebe, habe er schon Hoffnungen auf einen vernünftigen Hockeybetrieb gehabt. Und jetzt gebe es in diesem Jahr so gut wie kein Feldhockey. Im Moment trainieren die Damen nur in Kleingruppen und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. „Es ist schön, die Spielerinnen mal wieder zu sehen. Sie alle hatten wahnsinnig Lust auf Hockey“, erzählt Stumpf.
Unbefriedigend ist für Stumpf auch, dass sein Team durch diese Regelung die magere Punktausbeute von vier Zählern aus fünf Spielen mit ins nächste Jahr nehmen muss. Ja, er habe mehr Zeit, mit den jungen Spielerinnen zu trainieren. „Aber ihnen fehlt der Wettkampf.“

Damen können nicht auf ein Ziel hintrainieren
Die Schwierigkeit für ihn: Er hat zum einen noch keinen Termin, auf den er mit den Damen hintrainieren kann. Zum anderen betreibe er einen immensen Aufwand für lediglich zwei Spiele.
Zwei Partien, das sei ja schon immerhin mal was, aber dann hätte man die Runde auch zu Ende spielen können, meint Kapitänin Katharina Koppel. Sie betont aber auch, dass es derzeit eben Wichtigeres gebe. Etwas nervig sei, dass kein Ende der Vorbereitung in Sicht sei. Das mache den Formaufbau für den Trainer schwierig. Aus ihrer Sicht wäre es sinnvoller gewesen, die Saison abzubrechen.

Fischer muss sich mit Debüt bei Damen gedulden
„Es ist schon schade, dass man nicht spielen kann“, sagt Marie Fischer. Die U18-Nationalspielerin muss noch etwas warten auf ihren ersten Einsatz bei den TG-Damen. „Ich würde sehr gerne spielen“, sagt sie. Allerdings sei der Druck bei den Aktiven auch ein anderer als in der Jugendmannschaft. Aber sie nehme es locker. Was anderes bleibe ihr auch nicht übrig. Die erste Trainingseinheit diese Woche sei gut gewesen. Man habe aber schon den Unterschied zur Jugend gemerkt.

Rheinpfalz: “Wenn sich der Schläger wie ein Besen anfühlt …” (28.05.2020)

Hockey: Training in Kleingruppen auf einem weitläufigen Hockeyplatz, das mutet schon etwas gespenstisch an. Bei den ersten Damen der TG Frankenthal sind aber trotzdem alle froh, dass sie endlich wieder den Schläger in die Hand nehmen und den Ball aufs Tor schießen dürfen. Auch wenn das bei der ersten Einheit auf dem Jahnplatz erst einmal leer bleibt. Am Dienstagabend war Trainingsauftakt – selbstverständlich unter Corona-Auflagen.

Frankenthal. „Der Schläger hat sich am Anfang ein bisschen wie ein Besen angefühlt. Es ist alles noch etwas ungewohnt“, sagt TG-Stürmerin Kim Lauer nach den ersten Pässen und Torschüssen und lacht. Damentrainer Tobias Stumpf spricht von einer „surrealen Situation“. Ein Frühjahr ganz ohne Spielbetrieb, monatelang kein Mannschaftstraining – das habe er noch nie erlebt.Nach der Hallensaison wollte er mit seinem Team keine lange Pause einlegen: „Wir sind früh raus aufs Feld, haben in den ersten Wochen aber nur Athletiktraining gemacht.“ Die Saisonvorbereitung war schon exakt durchgeplant. Mitte April wollten die TG-Damen an einem Turnier in Leverkusen teilnehmen. „Wir hatten schon das Hotel gebucht“, erzählt Teambetreuerin Marion Büffor.
Im März stoppte die Pandemie die gemeinsamen Einheiten, ehe es so richtig losgehen konnte. „Wir sind von Corona genau in dem Moment überrascht worden, als die Jungen dazukamen“, berichtet Stumpf. Elf Nachwuchsspielerinnen muss er ins Team integrieren. Und weil der Coach von ihnen viel erwartet, wollte er alle gleich im Training sehen.
Doch in den vergangenen Monaten musste das Team auf die Internetplattform Zoom ausweichen und individuell zu Hause vor dem PC trainieren. Zusätzlich zu den beiden Einheiten in Konferenzschaltung musste jede Spielerin pro Woche drei Läufe absolvieren. Das Training in der Gruppe und den direkten Kontakt zum Team könne das Internet aber nicht ersetzen. „Deshalb sind wir froh, dass wir endlich wieder gemeinsam draußen sein können, wenn auch zunächst in festen Kleingruppen.“
Fünf DIN-A4-Seiten umfasst das Konzept der TG Frankenthal zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs, das die Hockeyabteilung unter Federführung von Norbert Grimmer, Sportlicher Leiter Aktive, erarbeitet hat. Um die Abstandsregeln und Hygienevorschriften einzuhalten, dürfen nur die Spieler, Trainer und ausgewählte Personen wie Betreuer, Physiotherapeuten und Ärzte auf die weiträumige Sportanlage. Der Verein hat alles genau geregelt. Zum Beispiel, wo die Fahrräder abgestellt werden. Alle müssen eine Viertelstunde früher da sein und auch schon in Trainingskleidung erscheinen. Die Umkleiden sind geschlossen. Nach dem Desinfizieren geht es in die Wartezonen. Vier davon gibt es für maximal vier Kleingruppen. Sie sind farblich markiert – wie die vier Trainingsfelder auf dem Jahnplatz. Die Spieler müssen während der kompletten Einheit in ihrem zugewiesenen Bereich bleiben und auch untereinander Abstand halten.
Das ist am Dienstag kein Problem. Gerade mal neun Spielerinnen sind auf dem Platz. Am Donnerstag sind drei weitere Kleingruppen dran. Am Samstag sind zu unterschiedlichen Zeiten alle fünf Damengruppen gefordert. Mittwochs soll es weiterhin eine Zoom-Einheit geben, als „Hausaufgabe“ stehen Läufe auf dem Programm.
„Auf dem Platz machen wir im Moment nur Übungen, bei der sich die Spielerinnen nicht näher als zwei Meter kommen“, sagt Coach Tobias Stumpf. Zweikampftraining? Fehlanzeige. Für die erste Einheit auf dem Feld seit knapp drei Monaten hat er koordinative Übungen ausgesucht: „Es geht darum, wieder ein Gefühl für den Schläger und den Ball zu bekommen.“ Stumpf trägt Handschuhe und darf als einziger die Trainingsutensilien anfassen. Doch auch er darf sich nur in einem Feld aufhalten. Praktischerweise können beim Hockey Bälle und Hütchen leicht mit dem Schläger bewegt werden. Da muss keine Spielerin die Hände benutzen.
Eineinhalb Stunden lang müssen die TG-Damen vor dem Torschuss mit dem Schläger Bälle über Rohre lupfen oder drumherum spielen. Bei einer weiteren Übung bekommen sie kurz nach dem Torschuss einen zweiten Ball zugespielt und müssen auch diesen verwerten. „Ihr müsst den Blickkontakt wahren“, ruft Stumpf. „Im Spiel hätte ich mich hingeworfen“, meint Katja Happersberger lachend, als sie einen Ball verpasst. Stumpfs Fazit nach der ersten Einheit: „Für den Anfang war das ganz okay. Generell müssen wir aber noch an der Dynamik arbeiten.“
Während die Torhüterinnen separat in einer Gruppe unter Anleitung von Oliver Scharfenberger, Keeper des ersten Herrenteams, trainieren, haben sich die Nachwuchsspielerinnen Maja Becker, Hannah Schiller und Alicia Schröder bereits gut integriert. „Wir haben die Gruppen bunt gemischt, unabhängig von Alter und Position“, erklärt Stumpf. Aktuell umfasse der Kader der ersten Damen etwas mehr als 20 Spielerinnen. „Wir sind gut aufgestellt“, betont er.
Bei Hannah Schiller, die schon in der U16-Hockey-Nationalmannschaft aufgelaufen ist, ist die Freude über das erste gemeinsame Training groß. „Mir tun noch etwas die Hände weh“, räumt sie nach der Einheit ein. „Das hat aber schon deutlich mehr Spaß gemacht, als zu Hause im Garten allein ein paar Bälle zu schlagen.“ Nach Monaten ohne richtiges Hockey fühle sich das fast schon wieder nach etwas Normalität an. Schade findet Schiller allerdings, dass sie nun auf ihr erstes Regionalliga-Spiel mit den ersten Damen noch etwas warten muss: „Ich hatte auf den Saisonstart Ende April schon etwas hingefiebert“, verrät sie.
Im Uhrzeigersinn von links oben: TG-Coach Tobias Stumpf kann mit den Damen wieder auf dem Feld trainieren. Allerdings nur in Kleingruppen. Damit niemand durcheinander kommt, hat jede Gruppe farblich abgetrennt ihren Wartebereich. Das Schlagen haben die Spielerinnen wie Janine Meyer nicht verlernt. Nach der Einheit gibt’s für (von links) Maja Becker, Hannah Schiller Katja Happersberger, Kim Lauer und Alicia Schröder eine Erfrischung.

Rheinpfalz: “Hockey-Damen der TG Frankenthal treffen sich regelmäßig zum Online-Athletiktraining” (05.05.2020)

Da in Zeiten des Coronavirus die Sportplätze geschlossen sind, wird mithilfe des Internets trainiert. So wie bei den Damen der TG Frankenthal. Sie treffen sich regelmäßig zu Online-Einheiten mit Athletiktrainer Joachim Janke. Dabei gibt es vierbeinige Überraschungsgäste und einen Hauch von Normalität.

Es ist in den Zeiten vor dem Coronavirus wohl selten vorgekommen, dass eine Katze über den Trainingsplatz läuft und sich wie selbstverständlich das Treiben der Sportlerinnen anschaut. Weil die Corona-Pandemie vieles verändert und die Möglichkeiten der Hockeyspielerinnen der TG Frankenthal einschränkt, gibt es jetzt eben kleine Besonderheiten. Wobei die Katze von TG-Athletiktrainer Joachim Janke nichts Unrechtes tut, schließlich lebt sie am Ort des Geschehens.

Der Platz der TG ist weiterhin gesperrt, reguläres Training ist nicht möglich, sodass sich das Team zweimal wöchentlich im Internet verabredet, um zumindest einen Hauch von Miteinander zu schaffen. Das Athletiktraining absolvieren die Spielerinnen über „Zoom“, eine Plattform im Internet, über die Videokonferenzen organisiert werden. In der Praxis sieht das so aus: Jede TG-Spielerin sitzt in der eigenen Wohnung auf einer Fitnessmatte und lässt sich von Janke anleiten.

Freude ist spürbar

Die Freude der jungen Damen ist spürbar. Vor dem Trainingsstart lächeln sie beinahe um die Wette. Zusammen Sport treiben, das ist durch das Coronavirus eigentlich nicht möglich, wird aber per Smartphone, Tablet oder Notebook doch in die eigenen vier Wände getragen. 18 Spielerinnen sind dabei, auch wenn nur 17 an den Übungen teilnehmen können.

Hannah Schiller hat sich auch eingewählt, liegt aber auf der Couch, da sie derzeit von einer Zehenverletzung ausgebremst wird. „Es ist besser geworden, aber Training ist noch nicht möglich“, berichtet sie ihren Mitspielerinnen und Trainer Tobias Stumpf. Schiller schaut deshalb nur zu und lauscht zu Beginn den Worten ihres Coaches. „Ich weiß nicht, wie es weitergeht, aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass es bald Neuigkeiten gibt“, erzählt Stumpf. Wie die Spielerinnen, würde auch der Trainer gerne wieder auf dem Platz trainieren, wird aktuell aber ausgebremst.

Individuelles Aufwärmen

Deshalb bleibt nur das gemeinsame Online-Training, das jetzt von Janke übernommen wird. Der Athletiktrainer der TG-Damen ordnet zunächst einmal ein fünfminütiges individuelles Aufwärmen an. Es wirkt ein wenig skurril, wie die Spielerinnen um oder vor dem eigenen Sofa auf und ab laufen, auf der Stelle joggen oder Dehnübungen absolvieren – aber alles führt zum Ziel, denn nach der Aufwärmphase sind sie bereit, um den Anweisungen von Janke Folge zu leisten.
Der kann hockeyspezifische Übungen nicht ersetzen, hat es sich aber zum Ziel gesetzt, die körperliche Fitness der Mannschaft auf ein gutes Niveau zu bringen, damit sie durchstarten kann, wenn das Hockeyspielen auf dem Platz wieder erlaubt wird. Unterstützt von Musik – und der eigenen Katze, die von Zeit zu Zeit durchs Bild läuft – sagt Janke Übungen an, die den Rücken und den Bauch stärken sollen. Das kostet Kraft, sodass erste Schweißtropfen auf den 18 kleinen Bildern zu erkennen sind, die den eigenen Monitor als Mosaik bevölkern. Die Freude an der Anstrengung, an der gemeinsamen Anstrengung, ist aber ebenfalls nicht zu übersehen. Janke gibt per Video hier und da einen kleinen Hinweis, damit die Übungen perfekt ausgeführt werden.

Abendessen – die verletzte Hannah Schiller verabschiedet sich

Knapp 70 Minuten dauert das Programm, alle Spielerinnen ziehen es voll durch. Nur die verletzte Hannah Schiller hat sich zwischendurch verabschiedet. „Bei uns gibt es jetzt Abendessen“, erklärt sie, ehe ihr Bildschirm schwarz wird. Die anderen müssen mit dem Essen warten. Das tun sie auch nach dem offiziellen Ende noch. Denn jetzt wird über einen möglichen Trainingsstart gesprochen – und über den Plan der Fußball-Bundesliga, schon bald Geisterspiele abzuhalten. Für die Damen der TG Frankenthal ist so etwas kein Thema. Aber auch sie hoffen darauf, ihren Sport möglichst bald wieder ausüben zu können. So ein gemeinsames Online-Training ist eine tolle Sache, ersetzt aber keine Übungseinheit auf dem Platz.
Dann verabschiedet sich auch der Trainer. „Sorry Mädels, aber ich muss einkaufen“, sagt Stumpf zum Abschied. „Die Maske nicht vergessen“, bekommt er als Tipp mit auf den Weg. Die Stimmung ist gut, und ein paar Spielerinnen bleiben nach der Einheit einfach noch online verbunden und quatschen miteinander. Beinahe so wie in der Umkleidekabine nach dem Training. Das schmeckt nach ein wenig Normalität.

DOSB und DHB präsentieren Plan zum Wiedereinstieg in den Sport (01.05.2020)

Gemeinsam haben DOSB und DHB ein grundlegendes Regelwerk erarbeitet unter dessen Einhaltung eine Wiederaufnahme des Hockeysports zeitnah wieder möglich sein könnte. Auch wenn das Training erstmal nur in Kleingruppen stattfinden könnte sind wir gespannt, ob es bald die erhoffte Lockerung für den Breitensport geben wird.

Den Entwurf des DOSB und DHB findet ihr unter folgendem Link: https://web.hockey.de/news/7qxfm9.html

Rheinpfalz: Mit Phantasie und Internet (22.04.2020)

Hockey: Auch im Hockey ist der Spielbetrieb ausgesetzt. Bis Ende Juli ist deshalb auch auf dem Jahnplatz tote Hose. Die Aktiven der TG Frankenthal halten sich zu Hause fit – alleine oder beim Teamtraining via Zoom. Vor allem Damencoach Tobias Stumpf geht Zeit verloren, um zahlreiche Jugendspielerinnen zu integrieren.

Von Christian Treptow

Frankenthal. Die Hockeyfans in Frankenthal müssen sich weiterhin in Geduld üben. Die vom Deutschen Hockey-Bund (DHB) eingesetzte Task-Force Bundesliga hat dem DHB empfohlen, den Spielbetrieb in den Ersten und Zweiten Bundesligen bei Damen und Herren bis 31. Juli auszusetzen. Der DHB reagiert damit auf die Befragung der Bundesliga-Vereine und die Beschlüsse von Bundesregierung und der Ministerpräsidenten der Länder.Doch wie geht es nun weiter? Dazu will die Task-Force am Freitag den Bundesliga-Vereinen verschiedene Varianten präsentieren. Eine Wertung auf Basis der aktuellen Tabellen mit Meistern, Auf- und Absteigern sei aber ausgeschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung des DHB. Parallel dazu werde ein Szenario für den Fall entwickelt, dass die Corona-Krise im August oder September die Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht zulasse.

Eine vernünftige Vorbereitung mit anschließendem Spielbetrieb – das hätte Tobias Stumpf, Trainer der Damen der TG Frankenthal in der Feldhockey-Regionalliga Süd, gut gebrauchen können. Denn etliche Spielerinnen kommen aus der Jugend hoch und dürfen nun bei den Aktiven eingesetzt werden. Doch derzeit sind – wie bei allen Mannschaftssportarten – auch bei den Hockey-Damen Fantasie und eine schnelle Internetverbindung gefragt.

Denn während der Jahnplatz still in der Frühlingssonne liegt und darauf wartet, dass endlich wieder Hockey auf ihm gespielt werden kann, findet das Training entweder alleine oder in den eigenen vier Wänden statt. „Die Mädels haben Laufeinheiten, die sie machen müssen. Athletiktraining machen wir via Zoom. Da lässt sich Athletiktrainer Joachim Hanke immer was einfallen“, sagt Tobias Stumpf. Das sei fast so, als ob die Mannschaft zusammen trainiere, meint er. Stabilitätsübungen oder Workouts für verschiedene Muskelgruppen stünden auf dem Programm, erläutert Stumpf. „Da gibt es auch viele gute Apps.“

Die Stimmung sei gut. „Das war sie auch schon in der ganzen Hallensaison“, betont Stumpf. Aber mit den ganzen Jugendspielerinnen, die nachrücken, wäre es schon wichtig gewesen, auf den Platz zu können. Doch auch im Falle einer verkürzten Vorbereitung von zum Beispiel zwei Wochen würde er alle, die hochgekommen seien, einladen. „Ich würde mir alle anschauen. Die Erfahrenen haben keine Freikarten“, betont Stumpf. Die Enttäuschung sei zwar bei vielen groß gewesen. Sie hätten aber schnell realisiert, dass bei der Corona-Pandemie die ganze Welt betroffen sei. „Im Prinzip verschiebt sich das Debüt bei den Aktiven für die Jungen aber nur nach hinten“, meint Stumpf. Das sei auch kein Problem. „Die Mädels sind fit im Kopf.“

Die Mannschaft sei stark genug, die Klasse zu halten, betont Stumpf. Die TG belegt derzeit in der acht Teams umfassenden Regionalliga Süd Platz sechs, hat vier Punkte auf dem Konto, aber auch erst vier Spiele bestritten. „Da ist noch mehr als die komplette Rückrunde zu absolvieren“, meint Stumpf. „Wir wollten uns eigentlich jetzt einspielen und in der nächsten Saison angreifen“, meint er.

Bei den TG-Herren hat Trainer Timo Schmietenknop die Intensität etwas heruntergefahren, wie er im RHEINPFALZ-Gespräch sagt. „Wir nutzen die Zeit und arbeiten viel im Grundlagenbereich“, erläutert er. Man könne die Spannung nicht ewig hoch halten.

Ihm fehlt der klare Startpunkt, auf den man hintrainieren könne. „Etwas Planungssicherheit wäre mir lieb.“ Nun weiß er, dass vor dem 31. Juli nicht an Hockey zu denken ist. „Ein Abbruch der Saison wäre blöd, aber wenn’s nicht anders geht, geht’s eben nicht anders“, orakelt er. Allerdings betont er auch: „Es gibt derzeit viele Leute mit schlimmeren Problemen.“

Sollte die Saison abgebrochen werden, dann plädiert Schmietenknop für eine faire Lösung. „Vielleicht sollte man dann auf Absteiger verzichten“, sinniert er. Für sein Team spiele das ja nur eine untergeordnete Rolle. Die TG ist nach einer guten Vorrunde auf Platz vier in der zehn Teams umfassenden Südgruppe der Zweiten Feldhockey-Bundesliga. Gebe es dann – nach Handballervorbild – nur Aufsteiger und damit größere Ligen, wäre das für ihn kein Beinbruch.

Falls es irgendwann wieder Training mit Kleingruppen geben dürfe, wäre Schmietenknop gerüstet. Bei Technikübungen würden ohnehin in der Regel Fünfer- oder Sechsergruppen gebildet. Er nutze die Zeit, um Sachen zu erledigen, für die er im Regelbetrieb keine Zeit habe, zum Beispiel an den Leitfäden für die Betreuer und in Sachen Taktik arbeiten.

Die Corona-Krise verhindert auch, dass die Fans ein neues Gesicht im TG-Dress in Augenschein nehmen können. Heinrich Reuss hat sich laut Schmietenknop kurz vor dem Ende der Wechselfrist der TG angeschlossen. Der Mittelfeldspieler (Jahrgang 2003) hat bislang das Trikot des Kreuznacher HC getragen. Einen Anknüpfungspunkt bei der TG hat er jedenfalls: Unter Trainer Heiner Dopp hat er im vergangenen Jahr in der Rheinland-Pfalz/Saar-Auswahl gespielt.

Dopp ist von Reuss begeistert – und das nicht nur wegen des gleichen Vornamens. „Er ist in Rheinland-Pfalz der beste Spieler seines Jahrgangs. Ich halte extrem viel von ihm“, betont der Coach. Vor allem im Zweikampfverhalten und in der Defensive habe Reuss seine Stärken. In der Offensive, vor dem Tor, müsse er noch zulegen. „Aber ich traue ihm die Zweite Liga auf jeden Fall zu. Er bringt sehr gute Voraussetzungen mit, sogar für mehr“, sagt Dopp.

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